Augenringmuskel

Musculus orbicularis oculi

Definition

Muhammad A. Javaid

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Augenringmuskel

Ursprung

Nasenabschnitt des Stirnbeins, Stirnfortsatz der Maxilla, mediales Augenliderband

Ansatz

Haut um die Knöcherne Augenhöhle und seitliches Palpebralband/Ligament. Mediale Tarsi (Pars lacrimalis)

Innervation

Schläfen- und Jochbeinmuskeläste des Gesichtsnervs (Hirnnerv VII)

Funktion

Schließt die Augenlider, unterstützt den Tränenfluss

Der Augenringmuskel ist ein breiter, dünner, kreisförmiger Gesichtsausdrucksmuskel, der die Knöcherne Augenhöhle und die Augenlider umgibt. Er dient in erster Linie dem Schließen der Augenlider, dem Schutz des Augapfels sowie der Förderung des Tränenabflusses, indem er die Tränen über die Hornhautoberfläche verteilt. Der Muskel besteht aus drei voneinander abgrenzbaren Teilen – dem Bereich der Augenhöhle, dem Augenlidteil und dem Tränenabschnitt –, die jeweils unterschiedlich zur Augenlid­bewegung und zum Tränenfluss beitragen.

Anatomische Beschreibung

1. Ursprung
  • Nasenabschnitt des Stirnbeins

  • Stirnfortsatz der Maxilla (anterior zur Tränenfurche)

  • Vorderfläche und Ränder des medialen Augenliederbandes

2. Verlauf

Von diesen Ursprüngen ziehen die Fasern seitwärts und bilden eine breite, dünne Muskelplatte, die die Augenlider einnimmt, die Knöcherne Augenhöhle umgibt und sich über die Schläfe sowie die obere Wange erstreckt.

Teile und Aufbau

1. Augenlidteil
  • Lage: Innerhalb der Ober- und Unterlider

  • Ursprung: Vom medialen Augenliderband

  • Verlauf und Ansatz: Die Fasern bilden konzentrische Bögen und treffen lateral am seitlichen Palpebralband/Ligament zusammen

  • Funktion: Bewirkt ein sanftes Schließen der Augenlider, wie beim Blinzeln oder im Schlaf

2. Bereich der Augenhöhle
  • Lage: Umgibt den Orbitarand

  • Erscheinungsbild: Dicker als der Augenlidteil

  • Fasern: Bilden eine vollständige, ununterbrochene Ellipse um die Knöcherne Augenhöhle

  • Beziehungen: Die oberen Fasern gehen in den Musculus frontalis und den Musculus corrugator supercilii über

  • Funktion: Verantwortlich für das kräftige Schließen der Augenlider, etwa beim Zusammenkneifen der Augen oder zum Schutz vor hellem Licht

3. Tränenabschnitt (Tensor tarsi oder Hornerscher Muskel)
  • Lage: Posterior zum medialen Augenliderband und zum Tränensack

  • Ursprung: Hintere Tränenleiste und angrenzende Augenhöhlenfläche des Tränenbeins

  • Verlauf: Zieht hinter dem Tränensack entlang und teilt sich in einen oberen und einen unteren Schenkel

  • Ansatz: An den medialen Enden des Tarsus superior und des Tarsus inferior

  • Funktion: Unterstützt den Tränenabfluss durch Kompression des Tränensacks

Innervation

Schläfen- und Jochbeinmuskeläste des Gesichtsnervs (Hirnnerv VII).

Blutversorgung

Äste der Arteria facialis, der Arteria temporalis superficialis und der Arteria ophthalmica (einschließlich der Arteria supraorbitalis und der Arteria infraorbitalis).

Klinische Relevanz

Fazialisparese (Bell-Parese): Führt zur Unfähigkeit, die Augenlider zu schließen, sowie zum Risiko einer Austrocknung oder Ulzeration der Hornhaut.

Referenzen

  • Tong J, Lopez MJ, Fakoya AO, et al. Anatomy, Head and Neck: Orbicularis Oculi Muscle. [Updated 2024 May 25]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK441907/

  • Gray, H. (2016) Gray’s Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice. 41st edn. Edited by S. Standring. New York: Elsevier. Chapter 30: Face and Scalp, p. 489-496.

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