Hintere Rückenmarkarterie
Arteriae spinales posteriores
Definition
Die hintere Rückenmarkarterie (dorsale Rückenmarkarterien) entspringt bei 25 % der Menschen aus der Wirbelarterie oder bei 75 % der Menschen aus der hinteren unteren Kleinhirnarterie, angrenzend an die Medulla oblongata. Sie versorgt die graue und weiße Substanz der Hinterstränge des Rückenmarks.
Sie verläuft nach dorsal, um die Medulla oblongata zu descend, wobei sie vor den hinteren Wurzeln der Rückenmarksnerven verläuft. Im Verlauf wird sie durch eine Folge segmentaler oder radikulopialärer Äste verstärkt, die durch die Zwischenwirbellöcher in den Wirbelkanal eintreten und gemeinsam mit den vorderen Wirbelarterien ein Geflecht bilden, das als Vasocorona bezeichnet wird. Unterhalb der Medulla spinalis und der oberen Halswirbelsäule sind die hinteren Rückenmarkarterien eher diskontinuierlich; anders als die vordere Rückenmarkarterie, die in ihrem gesamten Verlauf als deutlich abgrenzbares Gefäß verfolgt werden kann, stellen sich die hinteren Rückenmarkarterien als etwas größere Längskanäle eines ausgedehnten pialen arteriellen Geflechts dar. Auf Höhe des Markkegels sind die hinteren Rückenmarkarterien häufiger als eigenständige Arterien erkennbar, die mit der vorderen Rückenmarkarterie kommunizieren und dabei einen charakteristischen „Korb" bilden, der angiographisch das kaudale Ende des Rückenmarks und seinen Übergang zur Cauda equina definiert.
Äste der hinteren Rückenmarkarterien bilden eine freie Anastomose um die hinteren Wurzeln der Rückenmarksnerven und kommunizieren über sehr gewundene Queräste mit den Gefäßen der Gegenseite.
In der Nähe ihres Ursprungs gibt jede hintere Rückenmarkarterie einen aufsteigenden Ast ab, der ipsilateral in der Nähe des Vierten Ventrikels endet.
Die hintere Rückenmarkarterie kann häufig aus der hinteren unteren Kleinhirnarterie entspringen, anstatt aus der Wirbelarterie.
Referenzen