Hinterhorn des Rückenmarks

Cornu posterius medullae spinalis

  • Lateinisches Synonym: Columna grisea posterior
  • Verwandte Bezeichnungen: Hinterhorn

Definition

Muhammad A. Javaid

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Das Hinterhorn des Rückenmarks ist Teil der Grauen Substanz des Rückenmarks, die dorsal des Zentralkanals gelegen ist. Es hat eine sensorische Funktion und ist der Ort, an dem Informationen von der Körperoberfläche und dem darunterliegenden Gewebe erstmals das zentrale Nervensystem erreichen.

Das Hinterhorn des Rückenmarks erstreckt sich über die gesamte Länge des Rückenmarks. Gemäß der älteren Literatur lässt es sich in verschiedene Unterabschnitte gliedern, darunter eine Spitze, einen Kopf, einen Hals und eine Basis. Das Hinterhorn kann zudem anhand der zytoarchitektonischen Merkmale der in diesen Regionen vorhandenen Zellen in distinkte Schichten oder Laminae – die sogenannten Rexed-Laminae – unterteilt werden:

Rexed-Lamina

Entsprechender Unterabschnitt des Hinterhorns des Rückenmarks

Rexed-Lamina I

Die Rexed-Lamina I ist die dünnste aller Laminae und entspricht der Spitze des Hinterhorns.

Rexed-Lamina II

Die Lamina II bedeckt den Kopf des Hinterhorns (wobei sie von manchen Autoren als Teil des Kopfes betrachtet wird).

Rexed-Lamina III, IV

Die Laminae III und IV entsprechen dem Kopf des Hinterhorns.

Rexed-Lamina V

Sie liegt im Hals des Hinterhorns.

Rexed-Lamina VI

Sie liegt in der Basis des Hinterhorns.

Rexed-Lamina VII

Manche Autoren betrachten die Lamina VII (Zona intermedia) ebenfalls als Teil der Basis.

Das Hinterhorn des Rückenmarks enthält verschiedene Gruppen sensorischer Kerne, die in den oben genannten Rexed-Laminae lokalisiert sind. Zu diesen Kernen zählen:

Kerne

Entsprechende Laminae des Hinterhorns des Rückenmarks

Art der sensorischen Verarbeitung

Nucleus marginalis

Rexed-Lamina I.

Substantia gelatinosa

Rexed-Lamina II.

Sensorische Informationen über Schmerz und Temperatur werden durch Neuronen erster Ordnung des spinothalamischen Trakts in die Kerne der Substantia gelatinosa (sowie des Nucleus marginalis) weitergeleitet.

Eigenkern

Rexed-Laminae III und IV (mit geringer Projektion in die Lamina V).

Sensorische Informationen zur bewussten Propriozeption, Vibration und Zwei-Punkt-Diskrimination werden durch Kollateralen der Neuronen erster Ordnung des Hinterstrangweges zum Eigenkern übertragen.

Nucleus thoracicus posterior (Clarke-Kern)

Rexed-Lamina VII.

Unbewusste propriozeptive Informationen aus dem Kleinhirn werden in den Nucleus thoracicus posterior weitergeleitet.

Nucleus visceralis afferens

Rexed-Lamina VII.

Viszerale afferente Informationen werden zum Nucleus visceralis afferens im Hinterhorn des Rückenmarks weitergeleitet.

Hinweis: Jede Art sensorischer Information wird letztlich im Thalamus verschaltet, bevor sie den primären sensorischen Kortex erreicht.

Referenzen

  • Snell, R.S. (2010). ‘Chapter 4: The Spinal Cord and the Ascending and Descending Tracts’, in Clinical Neuroanatomy. (7th ed.) Philadelphia: Wolters Kluwer Health/Lippincott Williams & Wilkins, pp. 137-142.

  • Byrne, J.H. and Dafny, N. ‘Chapter 2: Anatomy of the Spinal Cord. [Content reviewed and revised 07 Oct 2020]. In Neuroanatomy Online, an open-access electronic laboratory for the neurosciences. McGovern Medical School at UTHealth; Accessed 2022 Oct 22. Available from: https://nba.uth.tmc.edu/neuroscience/m/s2/chapter03.html

  • Brown, A.G. (1982). Review article the dorsal horn of the spinal cord. Quarterly Journal of Experimental Physiology: Translation and Integration, 67(2), pp.193-212. https://doi.org/10.1113/expphysiol.1982.sp002630

  • Ganapathy, M.K., Reddy, V. and Tadi, P. Neuroanatomy, Spinal Cord Morphology. [Updated 2021 Oct 30]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK545206/

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