Hirnwasser

Liquor cerebrospinalis

  • Verwandte Bezeichnungen: Cerebrospinalflüssigkeit

Definition

Muhammad A. Javaid

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Zerebrospinalflüssigkeit (ZSF) ist eine klare und farblose Flüssigkeit, die in den Ventrikeln und im Subarachnoidalraum des zentralen Nervensystems vorkommt. Sie wird vom Adergeflecht des Seitenventrikels, des Dritten Ventrikels und des Vierten Ventrikels produziert. Die Flüssigkeit wird kontinuierlich mit einer Rate von 0,5 ml pro Minute gebildet, mit einem Gesamtvolumen von 150 ml im zentralen Nervensystem. Ihr Druck bleibt normalerweise konstant bei etwa 60–150 mmH2O, kann jedoch bei Aktivitäten wie Husten oder körperlicher Belastung ansteigen.

Das Adergeflecht besteht aus Gefäßgewebe, das von einer Falte der Weichen Haut, der sogenannten Weichen Adergeflechtshaut, bedeckt ist, welche ihrerseits vom Ependym der Ventrikel überzogen wird. Die ZSF enthält ähnliche anorganische Salze wie das Blutplasma, etwa die Hälfte der Glukosemenge im Vergleich zum Blut, minimale Mengen an Protein sowie eine geringe Anzahl von Lymphozyten (0–3 pro Kubikmillimeter).

Die Zerebrospinalflüssigkeit erfüllt verschiedene Funktionen. Sie polstert das zentrale Nervensystem ab und schützt es vor physischen Traumata, verleiht dem Gehirn Auftrieb und Stütze, erhält den Inhalt des Schädels aufrecht (indem sie das Volumen bei Zunahme des Gehirn- oder Blutvolumens reduziert), ernährt das zentrale Nervensystem, beseitigt Stoffwechselabfälle aus Neuronen und erleichtert den Transport von Epiphysensekretionen zur Hirnanhangdrüse.

Der Kreislauf der ZSF beginnt mit ihrer Produktion durch das Adergeflecht. Sie fließt dann vom Seitenventrikel durch die Interventrikuläre Öffnung nach Monroe zum Dritten Ventrikel. Anschließend gelangt sie über den Aquädukt nach Sylvius zum Vierten Ventrikel und fließt zudem durch den Spinalkanal. Die ZSF verlässt den Vierten Ventrikel durch die Foramina Magendie und Luschka und tritt in den Subarachnoidalraum ein. Von dort bewegt sie sich durch Arachnoidalzotten in den Oberen Pfeilblutleiter und wird schließlich gemeinsam mit dem venösen Blut der Dura mater über die Innere Drosselvene drainiert.

Hydrozephalus ist ein Zustand, der durch eine abnorme Zunahme des ZSF-Volumens innerhalb des Schädels gekennzeichnet ist, häufig verbunden mit einem erhöhten ZSF-Druck. Dies kann durch eine gesteigerte Produktion der Flüssigkeit entstehen, wie etwa bei einem Tumor des Adergeflechts, oder durch eine Blockade im ZSF-Kreislauf, beispielsweise durch Entzündungen, die zur Bildung von Strikturen führen, oder durch das Vorhandensein obstruierender Tumoren. Ein Hydrozephalus kann auch durch eine verminderte Resorption der ZSF verursacht werden, insbesondere auf der Ebene der Arachnoidalzotten, wo entzündliches Exsudat die Zotten verlegen kann, oder bei einer Obstruktion des Oberen Pfeilblutleiters infolge einer Venenthrombose.

Referenzen

  • Snell, R.S. (2010). ‘Chapter 16: The ventricular system, the cerebrospinal fluid, and the blood-brain and blood cerebrospinal fluid barriers’, in Clinical Neuroanatomy. (7th ed.) Philadelphia: Wolters Kluwer Health/Lippincott Williams & Wilkins, pp. 457.

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