Kraniosakraler Teil des autonomen Anteils
Pars craniosacralis divisionis autonomicae
- Lateinisches Synonym: Pars parasympathica divisionis autonomicae
- Verwandte Bezeichnungen: Parasympathischer Abschnitt
Definition
Kraniosakraler Teil des autonomen Anteils: Die kraniosakrale Komponente des autonomen Nervensystems entspricht dem parasympathischen Anteil. Sie ist durch cholinerge Neuronen charakterisiert, die Acetylcholin (ACh) als Neurotransmitter freisetzen. Parasympathische präganglionäre Fasern entspringen in den kranialen und sakralen Regionen und ziehen über verschiedene Ganglien zu den Zielorganen.
In der kranialen Region entstehen präganglionäre Fasern aus spezifischen Kernen im Mittelhirn:
Edinger-Westphal-Kern: Fasern verlaufen über den Augenbewegungsnerv (Hirnnerv III) zum Ziliarganglion.
Oberer Speichelkern: Fasern ziehen über den Gesichtsnerv (Hirnnerv VII) zum Ganglion pterygopalatinum und zum Ganglion submandibulare.
Unterer Speichelkern: Fasern verlaufen über den Zungen-Rachen-Nerv (Hirnnerv IX) zum Ohrganglion.
Dorsaler Kern des Nervus vagus: Fasern treten über den Nervus vagus (Hirnnerv X) aus und innervieren thorakale und abdominale Organe.
In der Kreuzbeingegend (Rückenmarkssegmente S2–S4) innervieren parasympathische präganglionäre Fasern die Beckenorgane, wie den Grimmdarm, das Rektum, die Harnblase und die Reproduktionsorgane. Dieser kraniosakrale Ausfluss gewährleistet eine essentielle autonome Kontrolle der viszeralen Strukturen und betont die Homöostase sowie die Ruhe-und-Verdauungs-Funktionen.
Referenzen
E. Hall, A. Guyton. Textbook of medical physiology, thirteenth edition. United States, 2011.