Ohrganglion

Ganglion oticum

  • Namensgeber: Arnold

Definition

Muhammad A. Javaid

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Das Ohrganglion liegt unmittelbar neben dem Hauptstamm des Unterkiefernervs (V3) in der Unterschläfengrube, dort, wo dieser das Ovale Loch verlässt. Es wird durch Zellkörper postganglionärer parasympathischer Neuronen gebildet.

Das Ohrganglion ist anatomisch mit dem Ohr-Schläfen-Nerv verbunden, der die Ohrspeicheldrüse versorgt. Es gibt zudem motorische Äste ab, die Muskeln wie den Trommelfellspanner und den Gaumensegelspanner innervieren. Obwohl das Ganglion topographisch mit dem Unterkiefernerv verbunden ist, besitzt es auch eine ausgeprägte funktionelle Verbindung mit dem Zungen-Rachen-Nerv.

Das Ohrganglion erhält vier wichtige Wurzeln, nämlich die sensible, die motorische, die parasympathische und die sympathische Wurzel:

Die sensible Wurzel besteht aus afferenten Fasern, die allgemeine Empfindungen von der Kapsel der Ohrspeicheldrüse, der Ohrmuschel, dem Äußeren Gehörgang, dem Trommelfell und dem Kiefergelenk weiterleiten. Diese Neuronen verlaufen über den Ohr-Schläfen-Nerv, passieren das Ganglion ohne Umschaltung und enden schließlich mit Synapsen im sensiblen Trigeminusganglion.

Die motorische Wurzel wird durch efferente Neuronen gebildet, die vom Nerv des Inneren Flügelmuskels stammen. Sie passieren das Ganglion ohne Umschaltung und innervieren schließlich den Trommelfellspanner und den Gaumensegelspanner.

Die parasympathische Wurzel ist sekretomotorisch und besteht aus präganglionären parasympathischen Neuronen, die im Unteren Speichelkern im Hirnstamm entspringen und über den Nervus petrosus minor (aus dem Nervengeflecht der Paukenhöhle) in das Ohrganglion eintreten. Nach der Umschaltung im Ganglion leiten die postganglionären parasympathischen Neuronen ihre Impulse über den Ohr-Schläfen-Nerv zur Ohrspeicheldrüse weiter.

Die sympathische Wurzel besteht aus postganglionären sympathischen Neuronen, die dem Nervengeflecht um die Mittlere Hirnhautarterie entstammen.

Referenzen

  • Drake, R.L., Vogl, A.W. and Mitchell, A.W.M. (2009). ‘Chapter 8: Head and Neck’ in Gray’s anatomy for Students. (2nd ed.) Philadelphia PA 19103-2899: Elsevier, pp. 864.

  • Fillmore, E.P. and Seifert, M.F. (2015). ‘Chapter 22-Anatomy of the Trigeminal Nerve’, in Nerves and Nerve Injuries. Editor(s): Tubbs, R.S., Rizk, E., Shoja, M.M., Loukas, M., Barbaro, N. and Spinner, R.J. Academic Press, pp. 332. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-410390-0.00023-8

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