Pyramide des verlängerten Marks
Pyramis medullae oblongatae
- Lateinisches Synonym: Pyramis bulbi
- Verwandte Bezeichnungen: Pyramide des Hirnstamms
Definition
Die Pyramide des verlängerten Marks ist eine paarige, leistenartige Struktur der weißen Substanz, die auf der ventralen Oberfläche des verlängerten Marks liegt. Diese markanten Formationen sind Teil der pyramidalen Motorikbahnen und umfassen die Tractus corticospinalis und corticobulbaris.
Jede Pyramide flankiert die vordere mediane Furche, wobei ihre laterale Begrenzung durch den anterolateralen (prä-olivären) Sulcus markiert wird, aus dem der Unterzungennerv austritt. Lateral dieses Sulcus liegt die Olive, eine charakteristische Vorwölbung. Die Tractus corticospinales, die innerhalb jeder Pyramide verlaufen, übertragen motorische Signale, die vom Gyrus precentralis über die innere Kapsel, die Brücke und das verlängerte Mark ausgehen. Motorische Bahnen, die nicht durch die Pyramiden verlaufen, werden als extrapyramidale Bahnen klassifiziert. Am kaudalen Ende der Pyramiden kreuzen die corticospinalen Axone im unteren Vorderabschnitt der vorderen medianen Furche und bilden so die seitliche Pyramidenbahn. Diese Kreuzung ist für die kontralaterale Kontrolle willkürlicher Bewegungen verantwortlich.
Referenzen
Snell, R.S. (2010). ‘Chapter 5: The Brainstem’, in Clinical Neuroanatomy. (7th ed.) Philadelphia: Wolters Kluwer Health/Lippincott Williams & Wilkins, pp.197-201.