Rückenmark-Mittelhirn-Fasern
Tractus spinomesencephalicus
- Lateinisches Synonym: Fibrae spinomesencephalicae
Definition
Die Rückenmark-Mittelhirn-Fasern (SMT) sind eine der drei Hauptkomponenten der Rückenmarksschleife (ALS) im Zentralnervensystem und stellen eine wichtige aufsteigende Bahn dar, die an der Übertragung von Schmerzempfindungen beteiligt ist. Die Rückenmark-Mittelhirn-Fasern entspringen vorwiegend aus Neuronen, die in den Laminae I und IV–VI des Hinterhorns des Rückenmarks lokalisiert sind, kreuzen überwiegend die Mittellinie (Dekussation) und verlaufen im anterolateralen Strang, um das Mittelhirn zu erreichen. Einige Fasern, die aus den oberen zervikalen Rückenmarkssegmenten entspringen, können jedoch ipsilateral verbleiben.
Diese Fasern leiten nozizeptive Informationen (Schmerz und Temperatur) zu mehreren Kernen des Mittelhirns weiter, darunter das periaquäduktale Grau, den Nucleus cuneiformis, den Roten Kern, den Oberen Hügel (über die Tractus spinotectalis), die Prätektalen Kerne, den Nucleus Edinger–Westphal, den Nucleus parabrachialis sowie die mesenzephale Retikulärformation. Unter diesen nimmt das periaquäduktale Grau eine zentrale Rolle bei der endogenen Schmerzmodulation ein, und die Verbindungen zwischen den Rückenmark-Mittelhirn-Fasern und dem periaquäduktalen Grau unterstreichen die entscheidende Funktion dieser Bahn bei der Modulation der körpereigenen Schmerzkontrollmechanismen.
Referenzen
Kam, P., & Power, I. (2020). Principles of Physiology for the Anaesthetist (4th ed.). CRC Press. https://doi.org/10.1201/9780429288210
Loyd DR, Murphy AZ. The role of the periaqueductal gray in the modulation of pain in males and females: are the anatomy and physiology really that different? Neural Plast. 2009;2009:462879. doi: 10.1155/2009/462879