Spinaler Trigeminuskern
Nucleus spinalis nervi trigemini
- Verwandte Bezeichnungen: Wirbelsäulenkern des Trigeminusnervs
Definition
Der Spinalkern des Drillingsnerven spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung sensorischer Informationen zu Schmerz und Temperatur aus dem Gesicht, der Kopfschwarte und dem Kopf. Er ist kranial mit dem Hauptsensiblen Kern in der Brücke kontinuierlich und erstreckt sich kaudal über die gesamte Länge der Medulla oblongata, wobei er weiter in die Halsregion des Rückenmarks bis zum zweiten Zervikalsegment reicht.
Um die Bedeutung des Spinalkerns des Drillingsnerven vollständig zu erfassen, ist das Verständnis seiner synaptischen Verbindungen entscheidend. Sensorische Informationen zu Schmerz und Temperatur aus dem Gesicht, der Kopfschwarte und dem Kopf werden zunächst von Neuronen erster Ordnung gesammelt, die im Ganglion semilunare des Drillingsnerven lokalisiert sind. Die zentralen Fortsätze dieser Neuronen treten in der Brücke in den Hirnstamm ein und steigen dann zum Spinalkern des Drillingsnerven in der Medulla oblongata ab. Während des Abstiegs zum Kern bilden diese Fasern die Spinalbahn des Drillingsnerven, die unmittelbar lateral des Spinalkerns liegt. Innerhalb des Spinalkerns des Drillingsnerven übertragen diese Nervenfasern Schmerz- und Temperaturinformationen und bilden Synapsen mit den Zellkörpern der Neuronen zweiter Ordnung. Diese weitergeleiteten Informationen werden anschließend über die Trigeminusschleife – vorwiegend die ventrale Trigeminusschleife – zum Thalamus übertragen, wobei diese zur Gegenseite kreuzt, um den posteromedialen ventralen Kern (VPM) des Thalamus der kontralateralen Seite zu erreichen.
Die Spinalbahn des Drillingsnerven und der Spinalkern des Drillingsnerven sind somatotopisch organisiert. Der Ramus ophthalmicus ist ventral repräsentiert, der Ramus mandibularis dorsal und der Ramus maxillaris dazwischen. Innerhalb des Spinalkerns besteht zudem eine somatotopische Gliederung von kranial nach kaudal, wobei zentrale bzw. periorale Bereiche weiter rostral oder im oberen Abschnitt des Kerns repräsentiert sind, während weiter lateral gelegene, vom Mund entfernte Bereiche weiter kaudal oder im unteren Abschnitt des Spinalkerns des Drillingsnerven repräsentiert sind. Auf der Grundlage dieser Somatotopie wird der Spinalkern des Drillingsnerven von rostral nach kaudal in drei Unterabschnitte unterteilt: den oralen, den interpolaren und den kaudalen Teil.
Referenzen
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