Vorderhorn des Rückenmarks

Cornu anterius medullae spinalis

  • Lateinisches Synonym: Columna grisea anterior
  • Verwandte Bezeichnungen: Vorderhorn

Definition

Muhammad A. Javaid

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Das Vorderhorn des Rückenmarks, ein Bestandteil der Grauen Substanz des Rückenmarks, liegt anterior (ventral) des Zentralkanals. Es hat eine motorische Funktion und ist der Ort, von dem aus motorische Information das Zentralnervensystem über efferente Neuronen verlässt, um Effektororgane wie Muskeln und Drüsen zu erreichen.

Das Vorderhorn, das sich über die gesamte Länge des Rückenmarks erstreckt, besteht aus distinkten plattenförmigen Gewebeschichten – konkret der Plattenförmigen Gewebeschicht VIII und der Plattenförmigen Gewebeschicht IX –, wie sie durch die zytoarchitektonischen Eigenschaften der Zellen in dieser Region definiert werden.

Das Vorderhorn des Rückenmarks enthält drei Hauptgruppen von Kernen: die mediale, die zentrale und die seitliche Gruppe. Die mediale Zellgruppe innerviert Strukturen in der Nähe der Mittellinie, während die seitliche Gruppe Strukturen innerviert, die weiter von der Mittellinie entfernt liegen, wie etwa die Extremitätenmuskulatur. Die zentrale Gruppe liegt zwischen diesen beiden.

Aufbau und Funktion des Vorderhorns des Rückenmarks unterscheiden sich in den zervikalen, thorakolumbalen und sakralen Abschnitten des Rückenmarks. Im thorakalen Abschnitt sind die Vorderhörner kleiner, da weniger Motoneuronen zur Steuerung der Rumpfmuskulatur erforderlich sind. Hier ist die mediale Kerngruppe vorhanden, die seitliche Gruppe fehlt jedoch, da keine Notwendigkeit besteht, Extremitätenmuskeln zu innervieren. Die zentrale Gruppe ist in diesem Abschnitt ebenfalls nicht prominent ausgeprägt.

Im Gegensatz dazu weisen die zervikalen und lumbo-sakralen Abschnitte größere Vorderhörner auf, bedingt durch ein erhöhtes Volumen der Grauen Substanz, das zusätzliche Neuronen beherbergt, die für die Innervation der Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten über den Plexus brachialis bzw. den Plexus lumbosacralis verantwortlich sind. In diesen Abschnitten sind prominente seitliche Zellgruppen vorhanden, was den funktionellen Bedarf zur Steuerung der Extremitätenbewegungen widerspiegelt. Die mediale Kerngruppe ist im zervikalen Rückenmark ebenfalls gut entwickelt und spielt eine Rolle bei der Innervation der Nackenmuskulatur. Darüber hinaus enthält der zervikale Abschnitt eine bemerkenswerte zentrale Kerngruppe, zu der der Kern des Zwerchfellnervs (essenziell für die Innervation des Zwerchfells) und der spinale Akzessoriuskern (der den Trapezmuskel und den Brustschlüsselbeinwarzen-Muskel innerviert) gehören. Fasern des spinalen Akzessoriuskerns verlassen das Rückenmark, steigen durch das Große Hinterhauptsloch auf und vereinigen sich mit dem kranialen Beinerv.

Im lumbosakralen Abschnitt ist eine weitere wichtige zentrale Gruppe, der Nucleus lumbosacralis, innerhalb der Segmente L2 bis S1 vorhanden, obwohl die spezifische axonale Verteilung dieses Kerns nicht gut verstanden ist. Die sakralen Vorderhörner weisen zudem eine prominente mediale Zellgruppe auf, die für die Innervation der Dammmuskeln verantwortlich ist.

Referenzen

  • Snell, R.S. (2010). ‘Chapter 4: The Spinal Cord and the Ascending and Descending Tracts’, in Clinical Neuroanatomy. (7th ed.) Philadelphia: Wolters Kluwer Health/Lippincott Williams & Wilkins, pp. 137-142.

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