MRT-Untersuchung des Kiefergelenks: normale Untersuchung bei geschlossenem/offenem Mund und dynamische Sequenzen

MRT-Untersuchung des Kiefergelenks: normale Untersuchung bei geschlossenem/offenem Mund und dynamische Sequenzen

MRT-Untersuchung des Kiefergelenks: normale Untersuchung bei geschlossenem/offenem Mund und dynamische Sequenzen


Einleitung

Die Magnetresonanztomografe (MRT) ist das nicht-invasive bildgebende Referenzverfahren für die Untersuchung des Kiefergelenks, insbesondere für die Untersuchung der Gelenkzwischenscheibe (Discus articularis) und der umgebenden Strukturen bei craniomandibulärer Dysfunktion (oder Funktionsstörung des Kiefergelenks, definiert als abnormes Verhältnis zwischen der Gelenkzwischenscheibe und dem Kiefergelenksköpfchen).
Einer der Hauptgründe für den Einsatz der MRT zur Untersuchung des Kiefergelenks besteht darin, dass mittels MRT präzise Bilder des Kiefergelenks und der umliegenden Strukturen ohne ionisierende Strahlung erzeugt werden können, die bei herkömmlichen bildgebenden Verfahren wie der Röntgen- und der CT-Untersuchung bedenklich sein können.
Die MRT ermöglicht eine Beurteilung der Anatomie und Funktion des Kiefergelenks und der umliegenden Strukturen, einschließlich der Gelenkzwischenscheibe, der Knochen, Muskeln und Bänder. Das Kiefergelenk kann von einer abnormen Dynamik des Diskus-Kondylus-Komplexes, degenerativen Erkrankungen (Arthrose), entzündlichen Erkrankungen (Arthritis) und Kristallarthropathie betroffen sein. Seltener können auch Neoplasmen und morphologische Anomalien des Kiefergelenksköpfchens die Ursache für Kiefergelenkssymptome sein. 
Selbst in Gegenwart von Metallimplantaten, wie Zahnspangen oder Zahnfüllungen, können mithilfe der MRT scharfe Bilder des Kiefergelenks erzeugt werden. 
Die MRT eignet sich auch zur Untersuchung der Weichteile im Bereich des Kiefergelenks, einschließlich der Kaumuskeln wie des M. temporalis, des M. masseter und des M. pterygoideus lateralis. Dies ist wichtig, da diese Muskeln eine Schlüsselrolle bei der Funktion des Kiefergelenks spielen und von verschiedenen Störungen betroffen sein können, wie z. B. der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) und der Kiefergelenksarthritis.
 

Material und Methoden

Diese MRT-Untersuchung des Kiefergelenks wurde an einer gesunden Probandin mit einem 3T-MRT-Scanner von Siemens durchgeführt (mit Ausnahme der dynamischen Sequenz, die mit einem 1,5T-MRT-Scanner an einem anderen Patienten durchgeführt wurde). 
Bei diesem bildgebenden Verfahren wurden zwei Oberflächenspulen zur Anfertigung von schräg-sagittalen Bildern mit einer Schichtdicke von 2 mm (protonendichtegewichtete und T1-gewichtete Sequenzen) sowohl bei geschlossenem als auch bei geöffnetem Mund verwendet.
Darüber hinaus wurde eine dynamische Studie während der progressiven Mundöffnung mithilfe der Cine-MRT durchgeführt.
Koronale T2-FS- und axiale T2-Aufnahmen wurden hinzugefügt, sind aber für die Untersuchung von Kiefergelenkstörungen weniger relevant.

Die anatomischen Strukturen wurden von Dr. med. Antoine Micheau (Radiologe, Montpellier, Frankreich) beschriftet.
 

 

Hier ist noch kein Inhalt hinterlegt

  • Terminologia anatomica: international anatomical terminology By the Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT).  Stuttgart:  Georg Thieme Verlag.  ISBN-10: 3-13-114361-4. ISBN-13: 978-3-13-114361-7
  • Tomas X, Pomes J, Berenguer J, Quinto L, Nicolau C, Mercader JM, Castro V. MR imaging of temporomandibular joint dysfunction: a pictorial review. Radiographics. 2006 May-Jun;26(3):765-81. doi: 10.1148/rg.263055091. PMID: 16702453.
  • Internal Derangements of the Temporomandibular Joint Oral and Maxillofacial Surgery for the Clinician, 2021 ISBN : 978-981-15-1345-9 Gary Warburton
  • Petscavage-Thomas JM, Walker EA. Unlocking the jaw: advanced imaging of the temporomandibular joint. AJR Am J Roentgenol. 2014 Nov;203(5):1047-58. doi: 10.2214/AJR.13.12177. PMID: 25341144