Normales MRT von Fußwurzel und Rückfuß

Normales MRT von Fußwurzel und Rückfuß

Normales MRT von Fußwurzel und Rückfuß


Einführung

Dieses e‑Anatomy‑Modul veranschaulicht die Anatomie von Fußwurzel und Rückfuß und zeigt das normale MRT‑Signalverhalten von Bändern, Sehnen, Muskulatur, Retinakula, synovialen Bursen und Sehnenscheiden, Tarsalknochen sowie der Plantaraponeurose.

Die Hauptindikationen für eine MRT‑Untersuchung der Fußwurzel sind die folgenden:

  • Evaluierung okkulter Frakturen oder eines Knochenmarködems bei unauffälligen radiologischen Erstaufnahmen, jedoch persistierendem klinischen Verdacht – insbesondere bei anhaltenden Schmerzen nach einem akuten Trauma.
  • Beurteilung von Band‑ und Sehnenverletzungen, einschließlich der Graduierung von Syndesmosen‑, anterior‑tibiofibularen und Deltabandverletzungen; dies ist besonders relevant für die therapeutische Entscheidungsfindung bei Sportlern. 
  • Evaluation chronischer Fußwurzelenksschmerzen bei normalen oder unspezifischen Röntgenaufnahmen, einschließlich des Verdachts auf Impingement‑Syndrome sowie zur Ausschlussdiagnostik sonstiger Weichteil- oder Knochenpathologien. Die MRT ist besonders hilfreich bei der Detektion und Charakterisierung von Sehnenerkrankungen (wie Tendinose, Tenosynovitis und Sehnenrupturen), Bandläsionen und chronischer Instabilität sowie zur Identifikation okkulter oder Stressfrakturen, osteochondraler Läsionen und Knochenmarködeme, die in der Erstbildgebung übersehen werden können. Eine MRT ist zudem insbesondere indiziert bei Verdacht auf eine Tarsalkoalition, Impingement‑Syndrome, kompressive Neuropathien (z. B. Tarsaltunnelsyndrom) oder synoviale Erkrankungen.

Material und Methoden

Diese MRT der Fußwurzel und Rückfußes wurde bei einem gesunden männlichen Patienten im Alter von 48 Jahren unter Verwendung einer Siemens 3T-MRT erstellt.

Bei der MRT von Fußwurzel und Fuß wurden primär die axialen, koronaren und sagittalen Ansichten verwendet. Jede Ebene erfüllt spezifische Aufgaben bei der Beurteilung der Anatomie und Pathologie des Fußwurzels:

  • Axialebene: Diese Ebene eignet sich optimal zur Beurteilung der anterioren und posterioren tibiofibularen Bänder sowie der anterioren und posterioren talofibularen Bänder und bietet zudem einen Überblick über das Deltaband. Darüber hinaus ist diese Ebene essenziell für die Evaluation der Sehnen, der neurovaskulären Bündel sowie der Syndesmose. Die axiale Bildgebung eignet sich besonders zur Darstellung von Bandverletzungen und Sehnenpathologien, insbesondere in Kombination mit fettsupprimierten oder STIR‑Sequenzen, um Magic‑Angle‑Effekte zu reduzieren und die diagnostische Sensitivität für Sehnenveränderungen zu erhöhen.
  • Sagittalebene: Die sagittale Ebene ermöglicht optimale Ansichten der Achillessehne, der Plantarfaszie sowie des Springligaments. Sie ist zudem hilfreich zur Beurteilung des tibiotalaren und subtalaren Gelenks sowie der Ausrichtung und Integrität der Strukturen von Rück‑ und Mittelfuß.
  • Koronalebene: Die koronare Ebene eignet sich am besten zur Darstellung des gesamten Deltabandes, einschließlich seiner tibiospring-, tibiocalcanealen und posterior‑tibiotalaren Anteile. Darüber hinaus eignet sich die koronare Ebene hervorragend zur Evaluation der lateralen Kollateralbänder, des Springligaments und der talokalkanearen Gelenkbeziehung. Koronare Bilder sind essenziell zur Evaluation der Gelenkspalten, der Knorpels sowie der ossären Strukturen.

Folgende Sequenzen werden für die Fußwurzel-MRT verwendet:

  • T1‑gewichtete Sequenzen: zur Darstellung anatomischer Details und zur Beurteilung des Knochenmarks, da sie einen hohen Kontrast zwischen Fett und anderen Geweben bieten und somit die Evaluation von Knochen, Sehnen und Bändern ermöglichen. 
  • Fettsupprimierte protonendichtegewichtete Sequenzen: zur Detektion von Flüssigkeit, Ödemen und Entzündungen; sie sind hochsensitiv für die Identifikation ligamentärer Verletzungen, tendinöser Pathologien und von Knochenmarkveränderungen. 

Die Beschriftung der anatomischen Strukturen erfolgte durch Dr. Antoine Micheau (Radiologe, Montpellier, Frankreich) unter Verwendung der Terminologia Anatomica 2.

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  • Melão L, Canella C, Weber M, Negrão P, Trudell D, Resnick D. Ligaments of the transverse tarsal joint complex: MRI-anatomic correlation in cadavers. AJR Am J Roentgenol. 2009 Sep;193(3):662-71. doi: 10.2214/AJR.08.2084. PMID: 19696279.
  • Numkarunarunrote N, Malik A, Aguiar RO, Trudell DJ, Resnick D. Retinacula of the foot and ankle: MRI with anatomic correlation in cadavers. AJR Am J Roentgenol. 2007 Apr;188(4):W348-54. doi: 10.2214/AJR.05.1066. PMID: 17377003.
  • Superior Peroneal Retinaculum - MRI Anatomy and Injuries https://www.youtube.com/watch?v=rhENrxHZIxs&list=PLnLTYt4WARjeQ_-Uo4epqqnTLhrawBW9F&index=22 by Dr Christoph Agten
  • MRI Anatomy of Lateral Ankle Ligaments https://www.youtube.com/watch?v=iwjRT6R4QMM&list=PLnLTYt4WARjeQ_-Uo4epqqnTLhrawBW9F&index=26 by Dr Christoph Agten
  • MRI Anatomy of Ankle Ligaments: Deltoid Ligament https://www.youtube.com/watch?v=R0WSeOUwX3s&list=PLnLTYt4WARjeQ_-Uo4epqqnTLhrawBW9F&index=27 by Dr Christoph Agten
  • Li SY, Hou ZD, Zhang P, Li HL, Ding ZH, Liu YJ. Ligament structures in the tarsal sinus and canal. Foot Ankle Int. 2013 Dec;34(12):1729-36. doi: 10.1177/1071100713500653. Epub 2013 Aug 2. PMID: 23913369.
  • https://radsource.us/sinus-tarsi-syndrome/
  • Terminologia anatomica: international anatomical terminology By the Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT).  Stuttgart:  Georg Thieme Verlag.  ISBN-10: 3-13-114361-4. ISBN-13: 978-3-13-114361-7
  • Pocket Atlas of Human Anatomy: 5th edition - W. Dauber, Founded by Heinz Feneis
    Netter, Frank H. (2011) Atlas of human anatomy /Philadelphia, PA : Saunders/Elsevier