Unauffällige Hüft-MRT

Unauffällige Hüft-MRT

Unauffällige Hüft-MRT


Einführung

Dieses e-Anatomy-Anatomiemodul ist der Anatomie der Hüfte gewidmet und zeigt ein unauffälliges MRT-Bild der Hüftgelenkslippe, des Knorpels von Oberschenkelkopf und Hüftpfanne, der Kapsel und der Kapselbänder, der Knochenstrukturen, Muskeln und Sehnenansätze auf einem hochauflösenden 3T-MRT (multiplanare PD-FS- und T1-Bilder).

Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Hüfte wird aufgrund ihrer hohen Sensitivität und Spezifität bei der Erkennung auffälliger Knochen- und Weichteilstrukturen, die Hüftschmerzen verursachen können, in verschiedenen klinischen Szenarien eingesetzt. Die primären Indikationen für eine Hüft-MRT umfassen:

  1. Erkennung okkulter Frakturen: Die MRT zeichnet sich durch eine besonders hohe Sensitivität für die Identifizierung radiologisch okkulter Frakturen aus, insbesondere bei akuten Hüftschmerzen mit unauffälligen Röntgenaufnahmen.
  2. Beurteilung des femoroazetabulären Impingements: Die MRT ist nützlich bei der Diagnose des FAI, das zu Labrumrissen und Knorpelveränderungen führen kann. Dies ist besonders relevant bei jüngeren Patienten und Sportlern.
  3. Beurteilung von Labrumrissen und chondralen Läsionen: Die Hüft-MRT ermöglicht eine detaillierte Darstellung des Hüftknorpels und des Labrums, was bei der Diagnose von Labrumrissen und chondralen Läsionen hilfreich ist.
  4. Identifizierung von Weichteilverletzungen: Die MRT ermöglicht eine effektive Beurteilung von muskulotendinösen Verletzungen, Bänderrissen und Zuständen wie dem Trochanterschmerzsyndrom und der Sportlerleiste.
  5. Nachweis von Osteonekrose: Die MRT ist das bildgebende Verfahren mit der höchsten Sensitivität zum Nachweis einer frühen Osteonekrose des Oberschenkelkopfes, was für eine rechtzeitige Intervention entscheidend ist.
  6. Beurteilung von Neoplasien und Infektionen: Die MRT dient zur Beurteilung primärer und sekundärer Neoplasien sowie muskuloskelettaler Infektionen wie septischer Arthritis und Osteomyelitis.
     

Material und Methoden

Diese Hüft-MRT wurde bei einer gesunden weiblichen Patientin unter Verwendung eines Siemens 3T-MRT erstellt. (Bilder wurden von Prof. Catherine Cyteval – Montpellier, Frankreich zur Verfügung gestellt).

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) der Hüfte kommen verschiedene Sequenzen und Ebenen zum Einsatz, um eine umfassende Beurteilung der Gelenkstrukturen zu ermöglichen. Die wichtigsten verwendeten Sequenzen sind:

  1. Protonendichte mit Fettsättigung (PD-FS): Zur Beurteilung von Labrumrissen, Bänderläsionen und Knorpelveränderungen sowie zur kontrastreichen Darstellung verschiedener Gewebe.
  2. T1-Turbo-Spin-Echo (TSE): Ermöglicht eine bessere Abgrenzung bestimmter anatomischer Strukturen wie Muskeln und Sehnen.​


Die wichtigsten Bildebenen bei einer Hüft-MRT sind:

  1. Axialebene: Diese Ebene ist horizontal ausgerichtet und liefert Querschnittsbilder des Hüftgelenks.​ Sie ermöglicht die Beurteilung des Oberschenkelkopfes, der Hüftpfanne und der umliegenden Weichgewebe.​
  2. Koronalebene: Diese Ebene ist vertikal ausgerichtet und teilt den Körper in anteriore und posteriore Abschnitte.​ Sie ist besonders nützlich zur Beurteilung der Hüftgelenkslippe, des Oberschenkelkopfes und der Beziehung zwischen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne.​
  3. Sagittalebene: Diese Ebene dient zur Beurteilung der anterioren und posterioren Abschnitte des Hüftgelenks, einschließlich der Hüftgelenkslippe und des Knorpels.


Die beschrifteten Strukturen auf dieser unauffälligen Hüft-MRT wurden in folgende Kategorien unterteilt:

  • Allgemeine Anatomie: Die verschiedenen anatomischen Bereiche der Gesäßregion: Leiste, Leistenregion sowie die anterioren und posterioren Abschnitte der Hüfte und des Oberschenkels.
  • Knochen: Der Oberschenkelknochen und das Hüftbein (unterteilt in Darmbein, Sitzbein und Schambein) sowie das Kreuzbein wurden mit unterschiedlichen Farben separat beschriftet.
  • Gelenke: In dieser MRT wurden das Hüftgelenk und das Iliosakralgelenk sowie verschiedene Foramina (Hüftlochkanal, kleines und großes Sitzbeinloch) beschriftet.
  • Bänder: Die Hauptbänder der Hüfte und der umgebenden Region (Darmbein/Sitzbein/Schambein-Oberschenkelband sowie das Hüftkopfband, auch als Ligamentum capitis femoris bekannt).
  • Muskeln: Muskel- und Sehnenanatomie der Hüfte (Adduktoren, Gesäßmuskulatur, Oberschenkelflexoren, vierköpfiger Oberschenkelmuskel).
  • Faszien: Oberschenkelfaszie und Iliotibialtrakt.
  • Schleimbeutel der unteren Extremität: Die Schleimbeutel der Hüftregion (Rollhügelschleimbeutel, ischiatischer Schleimbeutel und Darmbein-Schambeinkamm-Schleimbeutel).
  • Arterien: Der Verlauf der äußeren und inneren Beckenschlagader sowie der gemeinsamen und tiefen Äste der Oberschenkelarterie in der Gesäß- und Hüftregion.
  • Venen: Oberflächliches (Rosenvene) und tiefes venöses Gefäßsystem (Äste der Oberschenkelvenen).
  • Lymphknoten: Hauptsächlich die Lymphknoten im Bereich der Beckenschlagader und der Leistenregion.
  • Nerven: Alle Äste des Lenden-Kreuz-Geflechts, einschließlich des Ischiasnervs und des Oberschenkelnervs.
     

Die anatomischen Strukturen wurden von Antoine Micheau M.D. (Radiologe, Montpellier – Frankreich) gemäß der Terminologia Anatomica 2 beschriftet.

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  • Hip Capsulolabral Complex: Anatomy, Disease, MRI Features, and Postoperative Appearance.Flores DV, Foster RCB, Sampaio ML, Rakhra KS.Radiographics : A Review Publication of the Radiological Society of North America, Inc. 2024;44(2):e230144. doi:10.1148/rg.230144.
  • New Developments in Hip Imaging.Sutter R, Zanetti M, Pfirrmann CW.Radiology. 2012;264(3):651-67. doi:10.1148/radiol.12110357.
  • Nonarthritic Hip Joint Pain.Enseki K, Harris-Hayes M, White DM, et al.The Journal of Orthopaedic and Sports Physical Therapy. 2014;44(6):A1-32. doi:10.2519/jospt.2014.0302.
  • Terminologia anatomica: international anatomical terminology By the Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT).  Stuttgart:  Georg Thieme Verlag.  ISBN-10: 3-13-114361-4. ISBN-13: 978-3-13-114361-7
  • Pocket Atlas of Human Anatomy: 5th edition - W. Dauber, Founded by Heinz Feneis
    Netter, Frank H. (2011) Atlas of human anatomy /Philadelphia, PA : Saunders/Elsevier