Normale MRT-Aufnahmen des Knies

Normale MRT-Aufnahmen des Knies

Normale MRT-Aufnahmen des Knies


Einleitung

Dieses e-Anatomy-Anatomiemodul ist der Anatomie des Knies gewidmet und veranschaulicht das normale MRT-Erscheinungsbild der Bänder, Menisken, Sehnen und anderer Strukturen des Kniegelenks anhand eines hochauflösenden 3T-MRT-Scanners (multiplanare PD-FS- und T1-Aufnahmen).

Eine Untersuchung des Knies mittels Magnetresonanztomografie (MRT) ist in verschiedenen klinischen Szenarien indiziert, insbesondere wenn anfängliche Röntgenaufnahmen keine eindeutigen Befunde liefern oder eine detaillierte Weichgewebeanalyse notwendig ist. Das American College of Radiology (ACR) hat umfassende Leitlinien für den angemessenen Einsatz der MRT bei verschiedenen Knieerkrankungen herausgegeben.
1. Chronische Knieschmerzen: Die MRT ist indiziert, wenn anfängliche Röntgenaufnahmen unauffällig sind oder auf einen Gelenkerguss hinweisen, die Schmerzen jedoch weiterhin bestehen. Insbesondere eignet sich die MRT zur Erkennung von Ergüssen, Synovitis, Poplitealzysten, subchondralen Zysten, Gelenkknorpelschäden und Meniskuserkrankungen.
2. Akute Traumata: Bei akuten Knietraumata mit negativem Röntgenbefund erweist sich die MRT als nützlich für die Diagnose von Weichteilverletzungen, einschließlich Bänderrissen (z. B.  vorderes Kreuzband [ACL], hinteres Kreuzband [PCL] ), Meniskusrissen und Knochenmarkkontusionen. Mithilfe der MRT können auch okkulte Frakturen und Binnenverletzungen erkannt werden.
3. Verdacht auf Arthrose: Die MRT kann zur Beurteilung des Ausmaßes einer Arthrose eingesetzt werden, insbesondere zur Beurteilung von Knorpelverlust, Knochenmarkläsionen und anderen degenerativen Veränderungen, die aus Röntgenaufnahmen nicht ausreichend erkennbar sind.
4. Meniskus- und Gelenkknorpelläsionen: Die MRT ist zur Diagnose von Meniskusrissen und Gelenkknorpelläsionen indiziert.
5. Schmerzen im vorderen Knie: Die MRT stellt ein nützliches Verfahren zur Beurteilung von Schmerzen im vorderen Knie dar, die durch chondrale Läsionen, Patellainstabilität, Tendinopathien und andere Weichteil- oder Knochenanomalien bedingt sein können.
6. Postoperative Beurteilung: Die MRT ist zur Abklärung von Komplikationen infolge von Knieoperationen, z. B. einer totalen Knieendoprothetik, und zur Beurteilung von Weichteilanomalien, z. B. einer Tendinopathie, einer Arthrofibrose und periartikulären Massen, indiziert.
Diese Indikationen unterstreichen den Nutzen der MRT als Verfahren zur detaillierten Bildgebung von Kniestrukturen, das eine genaue Diagnose ermöglicht und eine adäquate Behandlung unterstützt.

 

Material und Methoden

Bei dieser MRT-Untersuchung wurde das Knie einer gesunden Patientin mit einem 3T-MRT-Scanner von Siemens abgebildet.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Knies erfolgt in verschiedenen Sequenzen und Ebenen, sodass sich die Gelenkstrukturen umfassend beurteilen lassen. Die Primärsequenzen umfassen:

1. Protonendichte mit Fettunterdrückung (Proton Density with Fat Suppression, PD-FS): zur Beurteilung von Meniskusrissen, Bänderverletzungen und Knorpelanomalien und zur Erzeugung eines hohen Kontrasts zwischen verschiedenen Geweben.

2. T1-gewichtetes Turbo-Spin-Echo (TSE): bessere Abgrenzung einiger anatomischer Strukturen wie Muskeln und Sehnen.

Die primären Bildgebungsebenen, die bei der Knie-MRT verwendet werden, sind:
1. Sagittalebene: zur Beurteilung des vorderen und hinteren Kreuzbandes, der Menisken und des Knorpels.
2. Koronalebene: zur Beurteilung der Seitenbänder, Menisken und der allgemeinen Gelenkausrichtung.
3. Axialebene: zur Beurteilung des Patellofemoralgelenks, der Menisken und des Ausmaßes eventueller Weichteilanomalien.

Die anatomischen Strukturen wurden von Antoine Micheau M.D. (Radiologe, Montpellier – Frankreich), in Anlehnung an Terminologia Anatomica 2 beschriftet.

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  • ACR Appropriateness Criteria Chronic Knee Pain.Fox MG, Chang EY, Amini B, et al.Journal of the American College of Radiology : JACR. 2018;15(11S):S302-S312. doi:10.1016/j.jacr.2018.09.016
  • ACR Appropriateness Criteria® Acute Trauma to the Knee.Taljanovic MS, Chang EY, Ha AS, et al.Journal of the American College of Radiology : JACR. 2020;17(5S):S12-S25. doi:10.1016/j.jacr.2020.01.041.
  • MR Imaging of the Knee: Improvement of Signal and Contrast Efficiency of T1-Weighted Turbo Spin Echo Sequences by Applying a Driven Equilibrium (DRIVE) Pulse.Radlbauer R, Lomoschitz F, Salomonowitz E, Eberhardt KE, Stadlbauer A.European Journal of Radiology. 2010;75(2):e82-7. doi:10.1016/j.ejrad.2009.12.008.
  • Usefulness of Turbo Spin-Echo MR Imaging in the Evaluation of Meniscal Tears: Comparison With a Conventional Spin-Echo Sequence.Escobedo EM, Hunter JC, Zink-Brody GC, et al.AJR. American Journal of Roentgenology. 1996;167(5):1223-7. doi:10.2214/ajr.167.5.8911185.
  • Terminologia anatomica: international anatomical terminology By the Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT).  Stuttgart:  Georg Thieme Verlag.  ISBN-10: 3-13-114361-4. ISBN-13: 978-3-13-114361-7
  • Pocket Atlas of Human Anatomy: 5th edition - W. Dauber, Founded by Heinz Feneis
  • Netter, Frank H. (2011) Atlas of human anatomy /Philadelphia, PA : Saunders/Elsevier