Atmungssystem
Systema respiratorium
- Lateinisches Synonym: Apparatus respiratorius
Definition
Das Atmungssystem ist die Gesamtheit der Organe, die den Gasaustausch zwischen einem Organismus und seiner Umgebung ermöglichen.
Das Atmungssystem setzt sich aus den oberen und unteren Atemwegen zusammen:
Die oberen Atemwege umfassen die Nase (Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen), den Rachen und den Kehlkopf.
Die unteren Atemwege umfassen die Luftröhre, die Bronchien, die Bronchiolen und die Alveolen, die das Lungenparenchym bilden.
Die Anatomie des Atmungstrakts variiert erheblich zwischen den Spezies, insbesondere hinsichtlich der Lungenlappung, des Vorhandenseins interlobulärer Septen und des Typs der Bronchialverzweigung.
Hund und Katze: Ihre Lungen ähneln denen anderer Fleischfresser. Sie verfügen über gut entwickelte respiratorische Bronchiolen, besitzen jedoch keine interlobulären Septen, sodass eine Läppchenstruktur makroskopisch nicht sichtbar ist. Ihr Mittelfell ist fenestriert, was eine Verbindung zwischen den beiden Pleurahöhlen ermöglicht.
Wiederkäuer (Rind, Schaf): Die Lungen von Rind, Schaf und Schwein weisen anatomische Gemeinsamkeiten auf. Sie sind durch eine sehr ausgeprägte Läppchenstruktur gekennzeichnet, mit deutlichen und dicken interlobulären Septen, die die Lungenläppchen klar voneinander abgrenzen. Beim Rind sind die Lungen im Verhältnis zur Körpergröße relativ klein. Respiratorische Bronchiolen sind beim Rind und bei der Ziege vorhanden, beim Schaf jedoch nur schwach entwickelt.
Pferd: Das Pferd besitzt große Lungen mit wenig ausgeprägter Lappung und unvollständigen interlobulären Septen. Ein einzigartiges Merkmal der Equiden ist das Vorhandensein der Luftsäcke, großer Divertikel der Ohrtrompete (Tuba auditiva), die in den Nasopharynx münden. Den Lungen des Pferdes fehlen respiratorische Bronchiolen.
Die Anatomie des menschlichen Atmungssystems weist Gemeinsamkeiten mit mehreren Tierarten auf, darunter das Vorhandensein interlobulärer Septen (weniger ausgeprägt als bei Wiederkäuern) und respiratorischer Bronchiolen (wie bei Hund und Katze). Sie unterscheidet sich jedoch durch ein dichotomes Bronchialverzweigungsmuster, im Gegensatz zum monopodial verzweigten Muster, das bei den meisten Haussäugetieren vorkommt. Darüber hinaus besitzen Menschen respiratorische Bronchiolen, die beim Pferd fehlen, und verfügen über ein nicht fenestriertes Mittelfell.
Referenzen
Evans HE, de Lahunta A. Miller’s anatomy of the dog, 4th edition, Elsevier Saunders, St Louis, 2012.
Barone R. Anatomie comparée des mammifères domestiques, Tome 3, Splanchnologie I, 4th edition, Vigot, Paris, 2017.
Introduction to Animal and Veterinary Anatomy and Physiology Victoria Aspinall, Melanie CappelloCABI (2019). 4th Edition. ISBN: 9781789241150