Zwischenhirn
Diencephalon
Definition
Das Zwischenhirn ist eine Untergliederung des Prosencephalon, das zwischen dem Endhirn; Großhirn und dem Mesencephalon liegt. Es besteht aus bilateral angeordneten Strukturen, die beiderseits des Dritten Ventrikels gelegen sind: Thalamus, Hypothalamus, Epithalamus und Subthalamus. Diese Strukturen sind an der Regulation zahlreicher Wahrnehmungs-, Beweger-, endokriner, eigengesetzlicher und verhaltensbezogener Funktionen beteiligt.
Während der Embryonalentwicklung entsteht das Zwischenhirn durch die Teilung des Prosencephalon, das seinerseits aus dem anterioren Neuralrohr hervorgeht und sich zunächst in drei primäre Vesikel differenziert: Prosencephalon, Mesencephalon und Rautenhirn. Das Prosencephalon unterteilt sich anschließend in das Telencephalon (aus dem die Großhirnhemisphären hervorgehen) und das Zwischenhirn.
Die beiden Hälften des Zwischenhirns sind durch die Adhesio interthalamica miteinander verbunden. Die Wände und das Dach des Dritten Ventrikels werden durch die Lamina terminalis und die Tela choroidea gebildet. Der Dritte Ventrikel kommuniziert mit den Seitenventrikeln über das Interventrikuläre Loch und mit dem Mesencephalon durch den Aquaeductus cerebri. Es sind zudem mehrere Buchten vorhanden, darunter die Optische Bucht, die neurohypophysäre (infundibuläre) Bucht und die Inframammilläre Aussparung.
Bestimmte Regionen des Zwischenhirns entsprechen zirkumventrikulären Organen, in denen die Blut-Hirn-Schranke reduziert ist, wie das Subkommissuralorgan und das Subfornikalorgan, die Wahrnehmungs- und Sekretionsfunktionen erfüllen. Das Zwischenhirn ist über die Innere Kapsel mit den Großhirnhemisphären verbunden.
Referenzen
Barone R, Bortolami R. Anatomie comparée des mammifères domestiques, Tome 6, Neurologie I, Vigot, Paris, 2004.
Evans HE, de Lahunta A. Miller’s anatomy of the dog, 4th edition, Elsevier Saunders, St Louis, 2012.