Anatomieatlas der medialen Seite des Knies beim Hund

Anatomieatlas der medialen Seite des Knies beim Hund

Anatomieatlas der medialen Seite des Knies beim Hund


Einführung

Orthopädische und traumatologische Operationsverfahren sind bei Hunden weit verbreitet. Unter diesen Verfahren greifen Tierärzte häufig auf die TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) zurück, um das Knie nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes zu stabilisieren.

Die TPLO erfordert einen Zugang zum Femorotibialgelenk: Die Kenntnis der genauen Lage der Muskeln, des Kniescheibenbandes, des Innenbandes des Sprunggelenks und der Gefäßstrukturen ist für die korrekte Durchführung des Verfahrens unerlässlich, insbesondere um den Knochenschnitt zu optimieren und Blutungen zu vermeiden.

Das Ziel dieses Moduls ist es, Studenten und praktizierenden Tierärzten eine solide anatomische Grundlage für den chirurgischen Zugang zum Knie von der medialen Seite beim Hund zu vermitteln.

Anatomieatlas des Hundekniegelenks: oberflächliche mediale Ebene
Mediale Ansicht einer sezierten Beckengliedmaße eines Hundes: oberflächliche Muskeln

Material und Methoden

 

Topographische Anatomie

Gegenstand der Studie war ein Hund, der aus Gründen starb, die nicht mit diesem Modul in Verbindung stehen.  Dr. med. vet. Eric Betti und Claude Guintard (Laboratory of Comparative Anatomy, ONIRIS, Nantes, Frankreich) führten eine Ebene-für-Ebene-Dissektion der medialen Seite des Oberschenkels, des Kniegelenks und des Beins durch. Jeder Schritt der Dissektion wurde fotografiert.

Chirurgische Anatomie

Dr. med. vet. Frédéric Cossu (Clinique Vétérinaires des Aubépines, Vierzon, Frankreich) operierte zwei Hunde mit einem gerissenen vorderen Kreuzband.

  • Beim ersten Hund wurde jeder Schritt des chirurgischen Eingriffs fotografiert.
  • Beim zweiten Hund wurde nur der Schritt der Arthrotomie fotografiert.

Die Fotos wurden von Dr. med. vet. Stephan Mahler, Veterinäranatom, unter der anatomischen und wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Antoine Micheau und Dr. med. Denis Hoa (Radiologen, Montpellier, Frankreich) beschriftet.

Die anatomischen Strukturen wurden gemäß der Terminologia Anatomica Veterinaria beschriftet und in die folgenden Themenbereiche eingeteilt:

  • Körperteile
  • Regionen
  • Knochen
    • Oberschenkelbein
    • Kniescheibe
    • Mediales Sesambein des zweiköpfigen Wadenmuskels
    • Schienbein
  • Gelenke
  • Bänder
  • Muskeln
  • Arterien
  • Venen 
  • Nerven
  • Oberflächliche popliteale Lymphknoten

Keyframes

Anatomie der medialen Seite des Hundekniegelenks: tiefe Ebene
Mediale Ansicht eines sezierten Hundekniegelenks: Innenminiskus, mediales kollaterales Ligament, medialer parapatellarer Faserknorpel
Chirurgische Anatomie der medialen Seite des Hundekniegelenks
Chirurgischer Ansatz der medialen Seite des Hundekniegelenks: mediales kollaterales Ligament, Kniekehlenmuskel
Anatomieatlas des Hundekniegelenks: oberflächliche mediale Ebene
Abbildung 1 - Mediale Ansicht einer sezierten Beckengliedmaße eines Hundes: oberflächliche Muskeln
Anatomie der medialen Seite des Hundekniegelenks: tiefe Ebene
Abbildung 2 - Mediale Ansicht eines sezierten Hundekniegelenks: Innenminiskus, mediales kollaterales Ligament, medialer parapatellarer Faserknorpel
Chirurgische Anatomie der medialen Seite des Hundekniegelenks
Abbildung 3 - Chirurgischer Ansatz der medialen Seite des Hundekniegelenks: mediales kollaterales Ligament, Kniekehlenmuskel
  • International Committee on Veterinary Gross Anatomical Nomenclature (2017) Nomina Anatomica Veterinaria. Sixth Edition. Ghent, Belgium.
  • Ruberte J, Sautet J (1998) Atlas d’Anatomie du Chien et du Chat. Tome 3 Abdomen, Bassin et Membre pelvien. Multimedica, Barcelona, Spain.
  • Evans HE, de Lahunta A (2013) Evans Miller’s Anatomy of the Dog. Fourth Edition. Elsevier Saunders, St Louis, USA.
  • Cossu F, Gauthier O, Guintard C (2005) Voies d’abord en chirurgie ostéo-articulaire chez le chien. Les Editions du Point Vétérinaire, Maisons-Alfort, France