Augenlider
Palpebrae
Definition
Die Augenlider (palpebrae) sind zwei dünne, bewegliche Falten, die vor dem Auge liegen und es durch ihren Schluss vor Verletzungen schützen.
Das Oberlid ist das größere und beweglichere der beiden und ist mit einem Hebemuskel ausgestattet, dem Musculus levator palpebrae superioris.
Wenn die Augenlider geöffnet sind, verbleibt zwischen ihren Rändern ein elliptischer Spalt, die Augenlidspalte (rima palpebrarum), deren Winkel den Verbindungsstellen des Ober- und Unterlids entsprechen und als Kommissuren der Augenlider oder Kanthi bezeichnet werden.
Die seitliche Kommissur der Augenlider (commissura palpebrarum lateralis; Angulus oculi lateralis) ist spitzer als die mediale, und die Augenlider liegen hier in engem Kontakt mit dem Bulbus oculi; die mediale Kommissur der Augenlider (commissura palpebrarum medialis; Angulus oculi medialis) hingegen setzt sich eine kurze Strecke in Richtung Nase fort, und die beiden Augenlider sind durch einen dreieckigen Raum, den Tränensee (lacus lacrimalis), voneinander getrennt. An den basalen Winkeln des Tränensees, am Rand jedes Augenlids, befindet sich eine kleine kegelförmige Erhebung, die Tränenpapille (papilla lacrimalis), deren Spitze von einer kleinen Öffnung, dem Punctum lacrimale, dem Beginn des Ductus lacrimalis, durchbohrt wird.
Die Augenlider bestehen aus folgenden Schichten, von außen nach innen: Gemeinsame Hülle, lockeres Bindegewebe, Fasern des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi), Tarsus, Augenhöhlenscheidewand (Septum orbitale), Lidplattendrüsen sowie Augenbindehaut (Tunica conjunctiva). Das Oberlid besitzt darüber hinaus die Sehnenplatte des Musculus levator palpebrae superioris.
Referenzen