Interphalangealgelenk

Articulatio interphalangea

Definition

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Die Fingermittel- und Endgelenke sind Scharniergelenke; jedes besitzt ein hohlhandwärtiges und zwei Kollateralbänder. Die Anordnung dieser Bänder ähnelt jener in den Fingergrundgelenken. Die Strecksehnen übernehmen die Funktion der dorsalen Bänder.

Es gibt zwei Gruppen (mit Ausnahme des Daumens):

  • „proximale Interphalangealgelenke" (PIJ oder PIP): jene zwischen der ersten (auch als proximal bezeichneten) und der zweiten (Zwischen-)Phalanx
  • „distale Interphalangealgelenke" (DIJ oder DIP): jene zwischen der zweiten und der dritten (distalen) Phalanx

Anatomisch sind die proximalen und distalen Interphalangealgelenke einander sehr ähnlich. Es bestehen geringfügige Unterschiede in der proximalen Befestigung der Volarplatten sowie in der Segmentierung der Sehnenscheide des Fingerbeugers, doch die wesentlichen Unterschiede liegen in den kleineren Abmessungen und der eingeschränkten Beweglichkeit des distalen Gelenks.

Bewegungen.— Die einzigen in den Fingermittel- und Endgelenken zugelassenen Bewegungen sind Beugung und Streckung; diese Bewegungen sind zwischen der ersten und zweiten Phalanx ausgeprägter als zwischen der zweiten und dritten. Das Ausmaß der Beugung ist sehr beträchtlich, die Streckung hingegen wird durch die hohlhandwärtigen Bänder und die Kollateralbänder begrenzt.

Muskeln, die auf die Gelenke der Finger wirken.— Die Beugung der Fingergrundgelenke wird durch den Musculus flexor digitorum superficialis und den Tiefen Fingerbeuger, die Musculi lumbricales sowie die Musculi interossei bewirkt, wobei im Fall des Kleinfingers der Musculus flexor digiti minimi brevis unterstützend wirkt. Die Streckung wird durch den Musculus extensor digitorum communis, den Zeigefingerstrecker und den Musculus extensor digiti minimi proprius erzeugt. Die Beugung der Fingermittel- und Endgelenke wird durch den Tiefen Fingerbeuger, der auf die proximalen und distalen Gelenke wirkt, sowie durch den Musculus flexor digitorum superficialis, der auf die proximalen Gelenke wirkt, bewerkstelligt. Die Streckung erfolgt vorwiegend durch die Musculi lumbricales und die Musculi interossei, während die langen Streckmuskeln auf diese Gelenke kaum oder keinen Einfluss haben. Die Beugung des Fingergrundgelenks des Daumens wird durch den Langen Daumenbeuger und den Musculus flexor pollicis brevis bewirkt; die Streckung durch den Langen Daumenstrecker und den Musculus extensor pollicis brevis. Die Beugung des Interphalangealgelenks wird durch den Langen Daumenbeuger und die Streckung durch den Langen Daumenstrecker bewerkstelligt.

Referenzen

This definition incorporates text from a public domain edition of Gray's Anatomy (20th U.S. edition of Gray's Anatomy of the Human Body, published in 1918 – from http://www.bartleby.com/107/).

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