Beckenboden

Diaphragma pelvis

Definition

Antoine Micheau

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Der Beckenboden ist eine muskuläre und bindegewebige Struktur, die die kaudale Begrenzung der Beckenhöhle bildet. Er stellt eine wesentliche muskuläre Struktur dar, die die terminalen Abschnitte des Verdauungs- und Urogenitaltrakts stützt. Er wahrt die Integrität der Beckenhöhle und ist an der Defäkation, der Miktion und der Geburt beteiligt.

Hauptkomponenten

Die beiden wichtigsten muskulären Bestandteile des Beckenbodens bei den meisten Haussäugetieren sind:

  • Musculus levator ani:

    • Ursprung: Mittlerer Abschnitt des Darmbeins sowie die dorsale Fläche des Schambeins und der Beckensymphyse.

    • Insertion: Kaudale Wirbel und Musculus sphincter ani externus.

    • Funktion: Unterstützt die Defäkation, indem er das Rektum kranial und ventral zieht; trägt zum Verschluss des Beckenausgangs bei.

    • Eigenschaften: Dünn, flach und breit; mitunter schwer von benachbarten Muskeln abzugrenzen.

  • Steißbeinmuskel:

    • Ursprung: Sitzbeinstachel.

    • Insertion: Processus transversi des zweiten bis fünften Schwanzwirbels.

    • Funktion: Zieht den Schwanz ventral und lateral; stabilisiert den Schwanz während der Defäkation.

    • Eigenschaften: Dicker und weiter lateral gelegen als der Musculus levator ani.

Verbundene Strukturen
  • Innere Faszie des Beckenzwerchfells

  • Äußere Faszie des Beckenzwerchfells

  • Musculus sphincter ani externus: Gehört nicht im eigentlichen Sinne zum Beckenboden, ist jedoch funktionell und anatomisch mit ihm verbunden. Er ermöglicht die willkürliche Kontrolle der Defäkation.

  • Tiefe Faszie des Beckens: Umhüllt und stützt den Beckenboden und trägt zu dessen struktureller Integrität bei.

  • Corpus perineale: Fibromuskulärer Knotenpunkt, an dem verschiedene Becken- und Dammuskeln zusammenlaufen und den Beckenboden verstärken, insbesondere beim weiblichen Tier.

Klinische Relevanz

In der Veterinärmedizin ist die Integrität des Beckenbodens von entscheidender Bedeutung. Eine Schwäche oder ein Riss – beispielsweise bei der perinealen Hernie des Hundes – kann zur Verlagerung von Beckenorganen führen und einen operativen Eingriff erforderlich machen. Für eine effektive Diagnose und Behandlung sind artspezifische anatomische Kenntnisse unerlässlich.

Referenzen

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