Locus Kiesselbachi
Plexus Kiesselbachi
Definition
Locus Kiesselbachi (auch bekannt als Locus Kiesselbachi) ist eine Region, die sich im anteroinferioren Abschnitt der Nasenscheidewand befindet, wo mehrere arterielle Äste konvergieren und ein reiches Gefäßgeflecht unterhalb einer dünnen Schleimhautschicht bilden.
Vaskuläre Anatomie
Der Locus Kiesselbachi wird durch anastomotische Äste sowohl des Systems der Arteria carotis interna als auch der Arteria carotis externa versorgt. Fünf Gefäße tragen zu diesem Geflecht bei:
Vordere Siebbeinarterie (aus dem System der Arteria carotis interna über die Augenarterie)
Arteria septalis posterior (ein Ast der Keilbein-Gaumen-Arterie, aus dem System der Arteria carotis externa)
Größere Gaumenarterie (aus dem System der Arteria carotis externa)
Oberlippenarterie (Ramus septalis, aus der Gesichtsarterie / System der Arteria carotis externa)
Septale Äste der Hinteren Siebbeinarterie
Diese Gefäße anastomosieren frei unterhalb der dünnen Schleimhaut des anterioren Septums und bilden so den Locus Kiesselbachi – ein dichtes, oberflächliches Gefäßgeflecht, das besonders anfällig für Traumata, Austrocknung und Entzündungen ist.
Klinische Bedeutung
Der Locus Kiesselbachi ist die häufigste Ursprungsstelle für Epistaxis und macht etwa 80–90 % aller Nasenblutungen aus. Blutungen aus diesem Bereich werden als anteriore Epistaxis klassifiziert und sind im Allgemeinen leichter zu kontrollieren als posteriore Epistaxis. Die oberflächliche Lage des Gefäßgeflechts und die dünne darüberliegende Schleimhaut machen es anfällig für Blutungen durch geringfügige Traumata (einschließlich digitaler Manipulation), trockene Luft, Krustenbildung und Schleimhautentzündungen. Bei Kindern ist rezidivierende idiopathische Epistaxis fast immer venösen Ursprungs und geht vom Locus Kiesselbachi aus, wobei sie häufig durch einen Kreislauf aus Krustenbildung, Juckreiz und wiederholten Traumata aufrechterhalten wird.
Referenzen