Nebennierenhilus
Hilum glandulae suprarenalis
- Verwandte Bezeichnungen: Nierenhilus
Definition
Der Hilus der Nebenniere ist der Bereich auf der Oberfläche der Drüse, der sich typischerweise an ihrer vorderen oder anteromedial gelegenen Fläche befindet und durch den die zentrale Nebennierenvene die Drüse verlässt. Er stellt das wichtigste neurovaskuläre Eingangstor des Organs dar, analog zum Hilus anderer Organe wie der Niere oder der Lunge.
Im Unterschied zu vielen Organen mit einem klar definierten Hilus, durch den sowohl Arterien als auch Venen verlaufen, zeichnet sich die Nebenniere dadurch aus, dass ihre arterielle Versorgung nicht durch einen einzigen Hilus eintritt. Stattdessen penetrieren zahlreiche kleine Arteriolen der oberen, mittleren und unteren Nebennierenarterie – die aus der unteren Zwerchfellarterie, der Bauchschlagader bzw. der Nierenarterie entspringen – die Kapsel der Drüse diffus über deren gesamte Oberfläche.
Der Hilus wird daher in erster Linie durch den Austrittspunkt der zentralen (Haupt-)Nebennierenvene definiert, die das einzige dominante venöse Drainagegefäß jeder Drüse darstellt. Auf der rechten Seite verlässt diese kurze Vene die Vorderfläche und mündet direkt in den Ramus posterolateralis (RPL) der unteren Hohlvene. Auf der linken Seite tritt die Vene aus dem mittleren Abschnitt der vorderen bzw. unteren Fläche aus und mündet in die linke Nierenvene, häufig gemeinsam mit der linken unteren Zwerchfellvene.
Lymphgefäße und autonome/vegetative Nervenfasern verlaufen ebenfalls durch die Hilusregion.
Referenzen