Parapharyngealraum
Spatium parapharyngeum
- Lateinisches Synonym: Spatium lateropharyngeum; Spatium pharyngeum laterale
- Verwandte Bezeichnungen: Lateropharyngealraum; Parapharyngealraum
Definition
Der Parapharyngealraum (auch als Lateropharyngealraum oder prästyloider Parapharyngealraum bezeichnet) ist kegel- oder pyramidenförmig, mit seiner Basis am Keilbein nach oben und seiner nach unten weisenden Spitze am großen Horn des Zungenbeins. Er nimmt den Raum zwischen den Kaumuskeln und den Schluckmuskeln ein.
Der Begriff Parapharyngealraum wird häufig als Synonym für den Lateropharyngealraum verwendet, jedoch bleibt die Definition des Parapharyngealraums unklar, da:
- in einigen Quellen der Lateropharyngealraum durch eine fasziale Verdichtung, die sogenannte Sehnenplatte von Zuckerkandl und Testut, die den Griffelfortsatz mit dem Gaumensegelspanner verbindet, in 2 Abschnitte unterteilt wird. Diese beiden Kompartimente werden als prästyloider und poststyloider Abschnitt bezeichnet, wobei der poststyloide Abschnitt dann ein Synonym für den suprahyoidalen Teil des Karotisraums ist.
- in anderen Quellen der Parapharyngealraum die Fortsetzung des Lateropharyngealraums und des Retropharyngealraums bezeichnet.
Daher wird hier der Lateropharyngealraum beschrieben, unter Ausschluss des poststyloiden Anteils des Parapharyngealraums (sodass eine im Lateropharyngealraum entstehende Läsion den Karotisraum nach posterior verlagert und/oder vollständig von parapharyngealem Fettgewebe umgeben ist).
Grenzen:
- Die obere Begrenzung bildet die Schädelbasis (Keilbein und Schläfenbein). Dieser Bereich umfasst den Canalis jugularis, den Canalis nervi hypoglossi sowie das Zerrissene Loch, durch das die Innere Halsschlagader nach kranial verläuft.
- Die mediale Begrenzung wird durch den Rachen gebildet.
- Nach anterior wird er durch die Flügel-Unterkiefer-Naht begrenzt.
- Nach posterior wird er posterolateral durch die Karotisscheide und posteromedial durch den Retropharyngealraum begrenzt.
- Die laterale Begrenzung ist komplexer und wird durch den Ramus mandibulae, den tiefen Lappen der Ohrspeicheldrüse, den Inneren Flügelmuskel sowie, unterhalb des Niveaus des Unterkiefers, durch die Faszie des Hinteren Bauchs des Musculus digastricus gebildet.
- Diese anatomischen Grenzen machen ihn kontinuierlich mit dem Retropharyngealraum. Er kommuniziert außerdem mit anderen zervikalen und kranialen Faszienlogen sowie mit dem Mittelfell.
Lagebeziehungen:
- medial des Mastikatorraums
- lateral des pharyngealen Mukosaraums
- anterior des Prävertebralraums
- posterior des Retropharyngealraums
Inhalt:
- Zungen-Rachen-Nerv (IX)
- Nervus vagus (X) zusammen mit
- Innerer Halsschlagader
- Innerer Drosselvene in der Karotisscheide
- Beinerv (XI)
- Nervus hypoglossus (XII)
- Grenzstrang und Oberes Halsganglion des Grenzstrangs
- Aufsteigende Rachenarterie
- Tiefe Halslymphknoten
Referenzen