Retikulärformation
Formatio reticularis
Definition
Die Retikulärformation ist eine Gruppe miteinander verbundener Kerne, die sich im gesamten Hirnstamm erstrecken. Die Retikulärformation ist anatomisch nicht klar abgegrenzt, da sie Neurone umfasst, die in verschiedenen Bereichen des Gehirns lokalisiert sind. Die Neurone der Retikulärformation spielen alle eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Verhaltensaktivierung und des Bewusstseins. Die Funktionen der Retikulärformation sind modulatorischer und prämotorischer Natur. Die modulatorischen Funktionen finden sich vorwiegend im rostralen Abschnitt der Retikulärformation, während die prämotorischen Funktionen in den Neuronen der weiter kaudal gelegenen Regionen lokalisiert sind.
Die Retikulärformation wird in drei Säulen unterteilt: die Raphekerne, den magnozellulären Roten Kern und den parvozellulären Retikularkern. Die Raphekerne sind der Syntheseort des Neurotransmitters Serotonin, der eine wichtige Rolle bei der Stimmungsregulation spielt. Der magnozelluläre Rote Kern ist an der motorischen Koordination beteiligt. Der parvozelluläre Kern reguliert die Exspiration.
Die Retikulärformation ist essenziell für die Steuerung einiger grundlegender Funktionen höherer Organismen und gehört zu den phylogenetisch ältesten Abschnitten des Gehirns.
Referenzen