Schädelhöhle

Cavitas cranii

Definition

Muhammad A. Javaid

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Die Schädelhöhle ist die innere Oberfläche der Schädelbasis und bildet eine stabile Plattform für das Gehirn. Die Schädelhöhle fungiert zusammen mit dem darüber liegenden Schädelgewölbe oder der Kalvaria als schützende Hülle für das menschliche Gehirn.

Die Knochen der Schädelbasis bilden den Boden der Schädelhöhle. Dieser Boden lässt sich in drei Hauptabschnitte unterteilen: die vordere, mittlere und hintere Schädelgrube.

Die Vordere Schädelgrube wird von verschiedenen Knochen gebildet, darunter die Orbitaplatten des Stirnbeins, die Siebplatte des Siebbeins sowie der Kleine Keilbeinflügel des Keilbeins. Die Orbitaplatten des Stirnbeins bilden das Dach der Augenhöhle, auf dem die Frontallappen des Gehirns aufliegen. Die Siebplatte bildet das Dach der Nasenhöhle und ermöglicht den Durchtritt olfaktorischer Neuronen, die in den unmittelbar darüber liegenden Riechkolben eintreten.

Die Mittlere Schädelgrube wird hauptsächlich vom Keilbein und den Schläfenbeinen gebildet. Sie beherbergt die Temporallappen des Gehirns. Der Körper des Keilbeins weist im zentralen Bereich dieser Region zwei bedeutsame Strukturen auf: den Sulcus suprachiasmaticus, eine flache Grube, die anterior die Sehnervenkreuzung aufnimmt, sowie den Türkensattel, eine tiefere Grube, die vom Satteldach bedeckt wird und die Hirnanhangdrüse enthält. Im hinteren Abschnitt enthält das Schläfenbein einen knöchernen Kamm, die Felsenbeinpyramide (Os temporale pars petrosa), die die Strukturen des Mittel- und Innenohrs beherbergt.

Die Hintere Schädelgrube wird vorwiegend vom Hinterhauptsbein sowie vom hinteren, abfallenden Anteil der Felsenbeinpyramide der Schläfenbeine gebildet. Sie enthält lebenswichtige Strukturen wie den Hirnstamm und das Kleinhirn und wird vom Kleinhirnzelt bedeckt, das diese Strukturen vom Hinterhauptlappen des Gehirns trennt.

Der Boden der Schädelhöhle enthält außerdem Öffnungen, die als Foramina bezeichnet werden. Diese Foramina ermöglichen den Durchtritt der Hirnnerven und deren Innervation verschiedener Strukturen außerhalb des Schädels. Im Folgenden sind einige wichtige Foramina aufgeführt:

  • Die Riechnerven treten durch die Foramina olfactoria in der Siebplatte des Siebbeins hindurch.

  • Die Sehnerven verlaufen durch die Canales optici, die im Kleinen Keilbeinflügel des Keilbeins gelegen sind.

  • Mehrere Nerven, darunter der Nervus oculomotorius, der Nervus trochlearis, der Nervus abducens sowie die Äste des Augennervs (V1), treten durch die Obere Augenhöhlenspalte, um auf beiden Seiten in die Augenhöhle einzutreten.

  • Der Nervus maxillaris (V2) und der Nervus mandibularis (V3) treten jeweils durch das Runde Loch und das Ovale Loch hindurch.

  • Die Mittlere Hirnhautarterie tritt durch das Foramen spinosum hindurch.

  • Der Gesichtsnerv und der Hör- und Gleichgewichtsnerv treten auf jeder Seite durch den Inneren Gehörgang hindurch. Der Hör- und Gleichgewichtsnerv innerviert das im Schläfenbein gelegene Innenohr, während der Gesichtsnerv die Schädelbasis durch das Griffel-Warzenfortsatzloch verlässt.

  • Das Drosselloch befindet sich an der Verbindungsstelle zwischen Felsenbeinpyramide und Hinterhauptsbein. Es ermöglicht den Durchtritt des Nervus glossopharyngeus, des Nervus vagus und des Beinervs sowie der Inneren Drosselvene.

  • Der Unterzungennerv verlässt die Schädelhöhle auf beiden Seiten durch den Canalis hypoglossi.

  • Schließlich ermöglicht das Große Hinterhauptsloch, das im Zentrum des Hinterhauptsbeins gelegen ist, dem Hirnstamm den Übergang in den Wirbelkanal als Rückenmark. Weitere Strukturen, die durch das Große Hinterhauptsloch verlaufen, sind die Meningen, der Spinale Beinerv sowie die Arteriae vertebrales.

Referenzen

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