Flügelgaumenganglion

Ganglion pterygopalatinum

  • Namensgeber: Meckel

Definition

Muhammad A. Javaid

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Das Flügelgaumenganglion ist ein parasympathisches Ganglion, das in der Flügelgaumengrube liegt. Es wird von Zellkörpern postganglionärer parasympathischer Neuronen gebildet.

Das Flügelgaumenganglion gibt eine Reihe von Ästen ab, darunter:

1. Palatinusnerven (zum harten und weichen Gaumen),

2. Pharyngeale Nerven (zur Schleimhaut und den Drüsen des Rachens),

3. Nasale und nasopalatinale Nerven (zur Schleimhaut der lateralen und medialen Wände sowie der oberen Wand der Nasenhöhle),

4. Orbitale Nerven (zur Äußeren Knochenhaut der Orbita).

5. Das Flügelgaumenganglion steht außerdem in enger Beziehung zum Oberkiefernerv (V2), der in der Flügelgaumengrube über ihm verläuft. Zwei kurze Ganglienzweige dienen dabei als Verbindungsbrücken zwischen dem Ganglion und dem Oberkiefernerv. Diese anatomische Verbindung erweitert den Innervationsbereich der Neuronen des Flügelgaumenganglions auf weitere Abschnitte der Kopf- und Halsregion, und zwar über Äste des Oberkiefernervs.

Das Flügelgaumenganglion erhält drei wichtige Wurzeln, nämlich die sensible, die parasympathische und die sympathische Wurzel.

Die sensible Wurzel umfasst allgemein-somatosensible Neuronen, die allgemeine Empfindungen aus Gebieten wie dem Gesicht, der Mundhöhle (Schleimhaut, Zahnfleisch, Gaumenzäpfchen, weicher und harter Gaumen), der Nasenschleimhaut, den Tonsillen, dem Rachen und der Äußeren Knochenhaut der Orbita weiterleiten. Diese sensiblen Neuronen erreichen das Flügelgaumenganglion über dessen Äste (1 bis 4; oben aufgeführt). Diese Neuronen durchqueren das Ganglion ohne Umschaltung, treten über die Ganglienzweige in den Oberkiefernerv ein und enden mit einer Synapse im sensiblen Ganglion des Drillingsnerven.

Die parasympathische Wurzel des Flügelgaumenganglions umfasst präganglionäre parasympathische Fasern, die im Hirnstamm (Oberer Speichelkern des Gesichtsnervs) entspringen und durch den Großen Felsenbeinnerv verlaufen. Die sympathische Wurzel hingegen umfasst postganglionäre sympathische Fasern, die dem Plexus der Inneren Halsschlagader als Tiefer Felsenbeinnerv entstammen. Die beiden Felsenbeinnervern vereinigen sich miteinander zum Nerv des Canalis pterygoideus (auch Vidian-Nerv genannt). Dieser tritt in die Flügelgaumengrube ein und übermittelt sowohl die parasympathische als auch die sympathische Wurzel an das Flügelgaumenganglion. Von diesen beiden Wurzeln schalten die präganglionären parasympathischen Neuronen auf postganglionäre Nervenzellkörper innerhalb des Ganglions um, während die sympathischen Neuronen – zu diesem Zeitpunkt bereits postganglionär – das Flügelgaumenganglion ohne Umschaltung passieren.

Wie die sensible Wurzel nutzen sowohl die postganglionären parasympathischen als auch die sympathischen Neuronen die Ganglienzweige als Eintrittspforten in den Oberkiefernerv. Die autonomen Neuronen verlaufen anschließend durch den Oberkieferast und den Augenast des Drillingsnerven und vermitteln sekretomotorische Signale an die Tränendrüse, die Schleimhäute der Nasenhöhle, des Nasenrachens, des Mundrachens, der oberen Mundhöhle sowie einiger meningealer und zerebraler Blutgefäße.

Referenzen

  • Drake, R.L., Vogl, A.W. and Mitchell, A.W.M. (2009). ‘Chapter 8: Head and Neck’ in Gray’s anatomy for Students. (2nd ed.) Philadelphia PA 19103-2899: Elsevier, pp. 942-943 & Fig 8.147.

  • Fillmore, E.P. and Seifert, M.F. (2015). ‘Chapter 22-Anatomy of the Trigeminal Nerve’, in Nerves and Nerve Injuries. Editor(s): Tubbs, R.S., Rizk, E., Shoja, M.M., Loukas, M., Barbaro, N. and Spinner, R.J. Academic Press, pp. 321 & 323-324. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-410390-0.00023-8

  • Lundy, J.A. and McNary, T. Neuroanatomy, Pterygopalatine Ganglion. [Updated 2022 Jul 25]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK545308/

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