Spinalnerv L2
Nervus spinalis L2
- Verwandte Bezeichnungen: Zweiter Lendennerv; L2
Definition
Der zweite Lumbal- Spinalnerv L2 ist ein gemischter Nerv, der sowohl somatisch-efferente (motorische) als auch somatisch-afferente (sensible) Fasern enthält. Er entspringt dem Rückenmark auf Höhe des Spinalsegments L2.
a) Wurzeln
Wie andere Nerven wird der Spinalnerv L2 durch die Vereinigung zweier Wurzeln gebildet:
1. Hintere (dorsale) Wurzel:
Diese Wurzel enthält sensible Fasern, die Signale von peripheren Strukturen (innerviert durch den vorderen und hinteren Ast) zum Rückenmark leiten.
Diese Fasern treten in das dorsale Hinterhorn des Rückenmarks ein.
2. Vordere (ventrale) Wurzel:
Diese Wurzel besteht aus motorischen Fasern, die vom vorderen Vorderhorn des Rückenmarks ausgehen.
Diese Fasern übermitteln motorische Befehle über den Spinalnerven und seine Äste an periphere Muskeln.
b) Gemischter Spinalnerv und Äste
Auf Höhe des Zwischenwirbellochs vereinigen sich die vordere und die hintere Wurzel zum Spinalnerv L2. Dieser gemischte Nerv, der sowohl sensible als auch motorische Fasern enthält, tritt durch das Zwischenwirbelloch zwischen dem L2- und dem L3-Wirbel aus. Kurz nach seinem Austritt teilt sich der Nerv in zwei primäre Äste:
1. Vorderer (ventraler) Ast:
Dieser Ast unterteilt sich weiter in ventrale und dorsale Divisionen, die zum Lendengeflecht beitragen und motorische sowie sensible Innervation vorwiegend der unteren Extremitäten bereitstellen.
Er bildet außerdem Verbindungen mit dem Grenzstrang über die weißen und grauen Verbindungsäste, die präganglionäre und postganglionäre sympathische Fasern führen.
2. Hinterer (dorsaler) Ast:
Dieser Ast versorgt die tiefen Rückenmuskeln motorisch.
Er versorgt außerdem die Haut über dem Rücken sensibel.
A. VORDERAST DES SPINALNERVEN L2:
Der Vorderast ist die größere Division des Spinalnerven L2. Als gemischter Nerv führt er sowohl somatisch-efferente (motorische) als auch somatisch-afferente (sensible) Fasern. Nach dem Verlassen der Wirbelsäule trägt er wesentlich zum Lendengeflecht bei, einem Nervennetz, das innerhalb des Großen Lendenmuskels liegt. Der Vorderast von L2 wirkt mit den Vorderästen von L1, L3, L4 und gelegentlich T12 zusammen, um dieses Geflecht zu bilden.
Wesentliche Funktionen und Innervationen
Motorische Innervation (somatisch-efferente Fasern): |
Sensible Innervation (somatisch-afferente Fasern): |
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Der Vorderast von L2 enthält motorische (somatisch-efferente) Fasern, die über Äste des Lendengeflechts zahlreiche Muskeln innervieren: 1- Direkte Äste: Großer Lendenmuskel (L1–L3) und Viereckiger Lendenmuskel (T12–L4). 2- Genitalast des Geschlechts-Oberschenkel-Nerven (L1, L2): Hodenheber (Vermittlung des Kremasterreflexes beim Mann). 3- Oberschenkelnerv (L2, L3, L4) – Muskeläste: a) Darmbeinmuskel (L2, L3) b) Vordere Oberschenkelmuskeln, darunter Kammmuskel (L2, L3 – doppelte Innervation über den Oberschenkelnerv und den Hüftlochnerv), Schneidermuskel (L2, L3) und die Quadriceps-femoris-Gruppe (geringer Beitrag von L2; Hauptinnervation durch L3, L4). 4- Hüftlochnerv (L2, L3, L4) – vordere und hintere Muskeläste: Adduktoren des Oberschenkels wie Kurzer Oberschenkelanzieher (L2, L3), Langer Oberschenkelanzieher (L2–L4), Großer Oberschenkelanzieher (L2–L4; doppelte Innervation mit dem Schienbeinnerv), Schlankmuskel (L2, L3) und Kammmuskel (L2, L3; doppelte Innervation mit dem Oberschenkelnerv). |
Die somatisch-sensiblen Fasern des Spinalnerven L2 vermitteln sensible Innervation über folgende Nerven: 1- Oberschenkelast des Geschlechts-Oberschenkel-Nerven (L1, L2): Sensible Versorgung des vorderen zentralen oberen Oberschenkels. 2- Genitalast des Geschlechts-Oberschenkel-Nerven (L1, L2): Sensible Versorgung der Haut im vorderen Bereich der äußeren Genitalien am Damm, einschließlich des vorderen Hodensacks beim Mann sowie der vorderen Schamhügelregion und der vorderen Großen Schamlippe bei der Frau. 3- Äußerer Hautnerv des Oberschenkels (L2, L3): Sensible Versorgung der Haut des anterolateralen Oberschenkels. 4- Oberschenkelnerv (L2, L3, L4): Sensible Versorgung des vorderen Oberschenkels, des anteromedialen Knies, des medialen Unterschenkels und des medialen Fußes. 5- Hüftlochnerv (L2, L3, L4): Sensible Versorgung der Haut des oberen medialen Oberschenkels. 6- Sensible Beiträge zum Hüftgelenk über den Hüftlochnerv und den Oberschenkelnerv. |
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B. HINTERER AST DES SPINALNERVEN L2:
Der hintere Ast des Spinalnerven L2 – ähnlich wie die hinteren Äste anderer lumbaler Rückenmarksnerven – innerviert vorwiegend die tiefen intrinsischen Rückenmuskeln sowie die darüber liegende Haut und spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung und Bewegung der Wirbelsäule. Nachdem der Spinalnerv L2 das Zwischenwirbelloch (zwischen dem L2- und dem L3-Wirbel) verlassen hat, durchquert sein hinterer Ast das Ligamentum intertransversarium und den darüber liegenden Musculus intertransversarius und teilt sich schließlich in einen lateralen und einen medialen Ast:
Lateraler Ast: |
Medialer Ast: |
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Muskeläste: Der laterale Ast versorgt motorisch die Langer-Rückenmuskel- und Darmbein-Rippenmuskel-Anteile der Rückenstreckermuskeln. Hautäste: Der laterale Ast wird zum Hautnerv, nachdem er den Seitenrand des Lendenteil des Darmbein-Rippenmuskels und die Sehnenplatte des Breiten Rückenmuskels durchbohrt hat. Er versorgt dann sensibel die Gesäßhaut oberhalb des Darmbeinkamms. Die terminalen Hautäste der lateralen Äste der hinteren Äste der Nerven L1, L2 und L3 werden auch als Klunialnerven bezeichnet. |
Der mediale Ast überquert die Verbindung zwischen dem Oberen Gelenkfortsatz und dem Querfortsatz des L3-Wirbels und zieht medialwärts, um Folgendes zu versorgen: Gelenkäste: Versorgung der Wirbelgelenke (Zygapophysealgelenke). Muskeläste: Der mediale Ast verläuft entlang der Plattenförmigen Gewebeschicht, tief unter dem Musculus multifidus, und innerviert diesen von seiner tiefen Seite. Interspinöser Ast: Entspringt dem medialen Ast an der Plattenförmigen Gewebeschicht und zieht medialwärts zwischen den Faszikelgruppen des Musculus multifidus, um die Musculi interspinales und das Ligamentum interspinale zu innervieren. |
C. ZUSÄTZLICHE STRUKTUREN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM SPINALNERVEN L2:
a) Ramus meningeus recurrens (Hirnhautast):
Der Ramus meningeus recurrens (oder Hirnhautast) entspringt entweder dem Spinalnerven L2 oder einem seiner Äste. Dieser kleine Nerv tritt durch das Zwischenwirbelloch wieder in den Wirbelkanal ein und versorgt sensibel:
die Meningen (Schutzhüllen des Rückenmarks),
den Anulus fibrosus der Zwischenwirbelscheiben,
die Wirbelkörper und die Äußere Knochenhaut,
benachbarte Blutgefäße.
b) Sympathische Verbindungen:
Über die weißen und grauen Verbindungsäste verbindet sich der Spinalnerv L2 mit dem Grenzstrang. Die weißen Verbindungsäste ermöglichen präganglionären sympathischen Fasern, den Grenzstrang zu erreichen, während die grauen Verbindungsäste den postganglionären sympathischen Fasern ermöglichen, periphere Zielstrukturen wie Schweißdrüsen und Blutgefäße zu erreichen.
Referenzen
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Bogduk, N., Wilson, A. & Tynan, W. (1982) 'The human lumbar dorsal rami', Journal of Anatomy, 134, p. 383.
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