Retrosternalraum
Spatium retrosternale
Definition
Der Retrosternalraum (prävaskulärer Raum) ist der Raum zwischen der hinteren Fläche des Brustbeins und dem vorderen Perikard bzw. den großen Gefäßen. Er enthält normalerweise Thymusgewebe (insbesondere bei Kindern), Fettgewebe sowie die Vasa thoracica interna.
Begrenzungen:
Ventral: Die hintere Fläche des Brustbeins und der Rippenknorpel
Dorsal: Die vordere Fläche des Perikards (faseriges Perikard), das durch die Ligamenta sternopericardica am Brustbein befestigt ist
Lateral: Das mediastinale Brustfell auf jeder Seite
Kranial: Kontinuierlich mit dem Oberen Mittelfell
Kaudal: Das Zwerchfell
Inhalt:
Der Retrosternalraum enthält normalerweise mediastinales Fettgewebe, den Thymus (bzw. Thymusreste bei Erwachsenen), Lymphknoten sowie die Vasa thoracica interna. Die Menge des mediastinalen Fettgewebes in diesem Raum variiert je nach Höhe – kranial ist es reichlicher vorhanden und wird in den unteren Abschnitten in Höhe der Ventrikel dünner.
Klinische Bedeutung:
Auf der seitlichen Thoraxröntgenaufnahme stellt sich der Retrosternalraum als strahlentransparente (dunkle) Zone zwischen dem Brustbein und dem Herzschatten dar. Der Verlust dieser normalen Transparenz (retrosternale Verschattung) kann auf eine vordere Mittelfellraumgeschwulst hinweisen (z. B. Thymom, Lymphom, Teratom oder Schilddrüsenstruma).
Die moderne CT-gestützte Mittelfellklassifikation der International Thymic Malignancy Interest Group definiert diese Region als prävaskuläres Kompartiment, was die bevorzugte Terminologie für die standardisierte Befundung darstellt.
Dieser Raum ist chirurgisch über die subxiphoidale Videomediastinoskopie durch die retrosternale Ebene zugänglich, die zur diagnostischen Biopsie vorderer Mittelfellraumtumoren oder zur Erleichterung der transzervikalen Thymektomie eingesetzt werden kann.
Referenzen