Schleimbeutel am ersten Mittelfußknochen
Bursa adventitia ossis primi metatarsi
Definition
Der Schleimbeutel am ersten Mittelfußknochen ist eine erworbene, nicht native Schleimbeutelstruktur, die sich als Reaktion auf chronische Reibung oder Druck entwickelt, am häufigsten über dem medialen Aspekt des Kopfes des ersten Mittelfußknochens, insbesondere im Rahmen einer Hallux-valgus-Deformität. Im Gegensatz zu nativen Schleimbeuteln, die von einer Synovialmembran ausgekleidet und an vorhersehbaren anatomischen Stellen lokalisiert sind, besitzen adventive Schleimbeutel keine echte Synovialauskleidung und entstehen an Stellen abnormer mechanischer Belastung.
Anatomisch ist der adventive Schleimbeutel typischerweise zwischen der Haut und der medialen Erhebung des Kopfes des ersten Mittelfußknochens gelegen. Er liegt oberflächlich zur Gelenkkapsel und zum medialen Kollateralbandkomplex und kann über der Sehne des Großzehenspreizers liegen. Der Schleimbeutel ist unilokular, komprimierbar und kann einfache oder komplexe Flüssigkeit enthalten, wie in der Ultraschallbildgebung darstellbar. Seine Wände bestehen aus fibrösem Gewebe mit einer einzelnen Schicht abgeflachter Zellen anstelle echter Synovialzellen.
Die Entstehung dieses Schleimbeutels ist am häufigsten mit einem Hallux valgus assoziiert, bei dem die mediale Prominenz des Kopfes des ersten Mittelfußknochens einer repetitiven Reibung durch das Schuhwerk ausgesetzt ist. Dies kann zu Entzündung, Distension sowie mitunter zu sekundärer Infektion oder Hämorrhagie führen. Der Schleimbeutel kommuniziert nicht mit dem ersten Metatarsophalangealgelenk und ist von den nativen Schleimbeuteln zwischen den Mittelfußknochen zu unterscheiden, die tiefer gelegen sind und eine Synovialauskleidung besitzen.
Referenzen