Handwurzel
Carpus
- Verwandte Bezeichnungen: Handgelenk
Definition
Das Handgelenk ist der Teil der oberen Gliedmaße zwischen dem Unterarm und der Hohlhand.
Knöchernes Gerüst:
A. Das knöcherne Gerüst besteht aus einem Handgelenk (Articulatio radiocarpalis).
Die proximale Fläche ist konkav und umfasst das distale Ende der Speiche sowie eine fibrokartilaginäre Scheibe am distalen Ende der Elle. Die Elle trägt aufgrund dieser Scheibe NICHT zum Handgelenk bei.
Die Distalfläche ist konvex und umfasst die proximale Reihe der Handwurzelknochen: Kahnbein, Mondbein und Dreiecksbein.
Das Handgelenk ist ein ellipsoides oder kondyläres Synovialgelenk, das von einer Faserkapsel bedeckt ist und eine Synovialmembran; Gelenkschleimhaut enthält.
Die kondyläre Beschaffenheit ermöglicht Bewegungen in zwei Richtungen: (1) anterior-posterior/palmodorsal für Beugung und Streckung sowie (2) seitlich für Adduktion (Ulnarabduktion) und Abduktion (Radialabduktion) im Handgelenk.
B. Es gibt acht Handwurzelknochen, die in zwei Reihen angeordnet sind:
Proximale Reihe (medial nach lateral): Kahnbein, Mondbein, Dreiecksbein und Erbsenbein.
Distale Reihe (medial nach lateral): Großes Vieleckbein, Kleines Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein.
Interkarpal-Synovialgelenke bestehen zwischen den Handwurzelknochen.
Die Handwurzelknochen der distalen Reihe artikulieren mit den Mittelhandknochen und bilden Karpometakarpal-Synovialgelenke.
Bänder:
Die das Handgelenk stützenden Bänder umfassen:
Dorsale und palmarseitige Ligamenta radiocarpalia, die von der Speiche zu beiden Reihen der Handwurzelknochen verlaufen, dorsal und ventral.
Das seitliche Speichenband, das vom Griffelfortsatz der Speiche zum Kahnbein und Großen Vieleckbein verläuft und eine übermäßige Ulnarabduktion verhindert.
Das seitliche Ellenband, das vom Griffelfortsatz der Elle zum Dreiecksbein und Erbsenbein verläuft und eine übermäßige Radialabduktion verhindert.
Muskeln und lange Sehnen:
Lange Sehnen aus dem Unterarm verlaufen über das Handgelenk zur Hohlhand und zum Handrücken. Diese Sehnen werden durch retinakuläre Verdickungen der tiefen Faszie an Ort und Stelle gehalten: das Retinaculum flexorum auf der palmaren Seite und das Halteband der Strecker auf der Streckseite des Handgelenks.
Das Retinaculum flexorum bildet das Dach des Hohlhandkanals, durch den mehrere Sehnen verlaufen, darunter jeweils vier lange Sehnen des Oberflächlichen Fingerbeugers und des Tiefen Fingerbeugers sowie eine einzelne Sehne des Langen Daumenbeugers. Der Mittelarmnerv verläuft ebenfalls durch diesen Kanal und wird beim Karpaltunnelsyndrom komprimiert, das häufig bei Personen mit repetitiven Handbewegungen auftritt, die Beugung und Streckung beinhalten.
Die Tabatière anatomique ist eine wichtige Region auf dem Handrücken des Handgelenks, die lateral durch die langen Sehnen des Langen Daumenspreizers und des Kurzen Daumenstreckermuskels sowie medial durch den Langen Daumenstrecker begrenzt wird. Die Untere Wand der Tabatière anatomique wird durch das Kahnbein gebildet, das häufig bei Stürzen auf die ausgestreckte Hand bricht und zu starken Handgelenkschmerzen führt.
Referenzen
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