Kerne des Solitärtraktes

Nucleus tractus solitarii

Definition

Muhammad A. Javaid

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Der Nucleus tractus solitarii (NTS), der in der lateralen Medulla oblongata lokalisiert ist, verarbeitet sensorische Informationen der Hirnnerven VII, IX und X und integriert diese, um die kardiovaskuläre und respiratorische Homöostase aufrechtzuerhalten. Er umfasst zwei Regionen: einen rostralen und einen kaudalen Abschnitt.

Der Rostralteil, auch als Nucleus gustatorius bezeichnet, verarbeitet Geschmackssignale aus den vorderen zwei Dritteln der Zunge (CN VII), dem hinteren Drittel (CN IX) und dem Kehldeckel (CN X). Sensorische Axone dieser Nerven bilden Synapsen im NTS, und das Signal wird zum Thalamus (Nucleus ventralis posteromedialis, VPM) weitergeleitet und erreicht schließlich die primäre sensorische Großhirnrinde.

Der kaudale Abschnitt des Nucleus tractus solitarii reguliert den Blutdruck, die Herzfrequenz und die respiratorischen Funktionen, indem er über die Hirnnerven IX und X Afferenzen von Barorezeptoren und Chemorezeptoren empfängt:

  • Barorezeptoren, die in der Nähe der Bifurkation der Arteria carotis communis, des Karotissinus und des Aortenbogens lokalisiert sind, übermitteln Informationen, die über Barorezeptorreflexe den systemischen Blutdruck und die Herzfrequenz beeinflussen. Diese Reflexe gewährleisten eine kurzfristige Blutdruckregulation, indem sie als Reaktion auf einen erhöhten Blutdruck eine Abnahme der Herzfrequenz und eine Vasodilatation bewirken, wie dies bei der Karotissinusmassage zur Unterdrückung einer ventrikulären Tachykardie demonstriert wird.

  • Ebenso erfassen Chemorezeptoren in den Glomera carotica (am Karotissinus) den Blut-pH-Wert sowie die Blutgasspiegel und senden Signale über die Hirnnerven IX und X an den kaudalen Abschnitt des Nucleus tractus solitarii. Der NTS integriert diese Signale und projiziert zur Retikulärformation, zu parasympathischen präganglionären Neuronen, zum Hypothalamus und zum Thalamus und bildet so Schaltkreise, die die sympathische Aktivität modulieren und homöostatische Anpassungen an wechselnde Blutgasspiegel gewährleisten. Eine Dysregulation dieses zentralen Mechanismus wird beim kongenitalen zentralen Hypoventilationssyndrom beobachtet.

Referenzen

  • Snell, R.S. (2010). ‘Chapter 11: The cranial nerve nuclei and their central connections and distribution’, in Clinical Neuroanatomy. (7th ed.) Philadelphia: Wolters Kluwer Health/Lippincott Williams & Wilkins, pp. 346, & 351-353.

  • AbuAlrob MA, Tadi P. Neuroanatomy, Nucleus Solitarius. [Updated 2023 Jul 24]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2024 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK549831/

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